Arsfendi's Weblog

BeGehren

Dezember 14, 2007 · Kommentar schreiben

umarmung.jpg

Irgendwann sind wir uns begegnet. Es war in einem Raum ohne Materie, dafür von unendlicher Weite und Tiefe.
Du warst einfach da und setztest Dich fest. Wehren war sinnlos, denn jedes Wort drang ein und verankerte sich tief.
Worte, mit denen Du mir begegnetest, ohne zu wissen und zu fragen, wer ich war, bin oder sein werde.
Niemals war da ein Erfragen der Konsequenz aus der Zufälligkeit heraus.
Denn jede Frage hätte dem folgenden Wort die Möglichkeit des noch tieferen Eindringens genommen und uns den Blick für den anderen verwehrt.
Und ich wollte von Anfang an, dass Du mich anschaust. Mich anschaust mit einem Blick der tiefer geht als nur zur äußeren Schale, oder der möglichen Maske, die ich vielleicht anlege um nicht mein Innerstes nach außen zu kehren.
Wir sind uns begegnet und Du schautest mich an.
Begehren? Wir begehren nicht das, was wir sehen, sondern das, was wir uns vorstellen.
Ich stehe vor Dir in diesem schwarzen Kleid mit den Trägern, die an den Schultern herabhängen. Mein Blick ist auf Dich gerichtet und Du weißt nichts von dem was ich denke und was das Kleid verhüllt.
Und trotzdem begehrst Du mich, so wie ich Dich.

So wie Du vor mir stehst, regt sich was in mir. Es ist nicht der Wunsch zu besitzen, etwas was man niemals besitzen kann. Es ist nicht die bloße Hülle, die ich vor mir sehe. Genau wie Du vermag ich es ganz tief zu blicken, in Dich hinein bis in den hintersten Winkel, wo das Blut pulsiert und jeden Wärmefluss in Gang setzt.
Die innere Berührung streichelt mir über die Haut, und richtet jedes einzelne Häarchen auf und erzeugt eine Gänsehaut die diesen Blutfluss nach Außen kehrt.
Ich sehe Dein Begehren in den Augen, die mir über den Körper fahren und ich weiß, dass es nach Berührung verlangt, wo wir so weit von einander entfernt stehen.
Dieses Begehren ist ein freies Gefühl, nicht abhängig vom Besitzen, vielmehr freier Wille der Hingabe jenseits von Konventionen und jeglicher Grenzen.
Es ist ein Begehren, was uns umgibt in einem Raum ohne Materie, mit der Kraft der Gedanken, die Dich zu mir hinbringt, spürend ohne zu berühren.
Ein Raum in dem nichts weiter existiert als das obskure Objekt der Begierde und alles andere an Bedeutung verliert.
Du schaust mich nur an, so wie ich Dich mit meinen Augen betrachte. In Gedanken ziehst Du mich aus, streichst über meine Haut, vermischst Zärtlichkeit mit Wildheit und Ekstase.

Du schwitzt mit mir und unsere Schweißperlen vermischen sich ohne dass sich unsere Körper berühren.
Wir hören uns schreien und Stöhnen im wechselseitigen Rhythmus und wir flüstern uns die Dinge in den Nacken, die kein anderer verstehen würde.
In Wirklichkeit knien wir uns gegenüber, sagen kein Wort um die Stille nicht zu unterbrechen um damit einzig dem Fühlen den Vorzug zu geben.
Ich stelle mir vor, wie Deine Hände mich berühren, langsam über meinen Körper streichen und Dein Mund und Zunge keine Stelle auslassen.
Ich spüre, wie sich mein Körper Dir entgegenstreckt um sich in Dir fallen zu lassen.
Begehren, ja ich begehre Dich mit jeder Faser meines Körpers und ganz tief in mir drin.
Ich sehne mich nach Deiner Berührung, nach Deinem Atem und Deiner Gier.
Und Du spürst es. Du fühlst, dass mein Körper nach Dir schreit.
Ich schreie nach Dir und bettle um die Vereinigung, um zu vollenden, was in meiner Vorstellung immer und immer wieder sich vollzieht.
Und Du fühlst es obwohl kein Laut meine Lippen verlässt.
Du schaust mich an und blickst tief. Genau wie Du weiß ich, dass es nun nichts mehr zu sagen gibt.
Das Fühlen ist so viel mehr.

Wir sind nicht die Liebenden, die schon ihr Zueinander bekennen mit einer Lüge beginnen. Denn es gibt nichts zu bekennen.
Die Freiheit meines Gefühls für Dich besteht darin, nichts zu erhoffen oder zu erwarten, nicht einmal es in Worte fassen zu müssen.
Wer so wie wir imstande ist, Lust und Begehren zu empfinden ohne den anderen zu berühren, der fühlt.
Mein Begehren sprengt jede Grenze und sieht die Erfüllung in sich selbst.
Ich habe für mich selbst dieses Gefühl für Dich gewählt, weil ich frei bin, frei von Dir und auch von mir selbst.
Und es fühlt sich gut an, genau so gut wie Du Dich anfühlst, wenn ich Dich in Gedanken vor mir sehe und mit meinen Lippen über Deinen Körper streife und Dein Begehren immer tiefer in mir spüre.
Und je tiefer Du in mich eindringst, desto mehr spüre ich die Macht der Gedanken, die die Erfüllung bringt.

Kategorien: aktuell

0 Antworten bis hierher ↓

  • Bis jetzt noch kein Kommentar ... Bring die Sache ins Rollen, und füll das untere Formular aus.

Kommentar schreiben