Arsfendi's Weblog

Beiträge vom April 2008

Der Glutschweif des Phönix

April 30, 2008 · 4 Kommentare

Sie schloss die Augen. Dunkelheit war immer gnädig, obgleich sie wusste dass es diesmal kein Entrinnen gab.
Worte peinigten sie, aus tausend Stimmen genau die eine heraus erkannt. Jedes Wort einzeln für sich so harmlos und doch aneinander gereiht schlagend wie Peitschenhiebe, die eindrangen und die Haut in Fetzen rissen.
Die Wirkung schaffte Distanz, in erster Linie zu sich selbst.
Und dann kam der immer wiederkehrende Traum, unbarmherzig und ohne Gnade.
In Ketten gebunden stand sie vor dem höheren Gericht und sollte sich zu ihren Sünden bekennen. Und schon tat sich der Boden auf und sie konnte das Höllenfeuer erkennen, welches bereits auf sie wartete. Sie sah die anderen armen Kreaturen, die nach ihr riefen und die Hände ausstreckten um sie dorthin zu holen,wo man für Sünden büßt.
Ein Schauern erfasste ihren Körper und gleichzeitig legte sich der eiserne Ring um ihren Hals.
Sie sah das Gesicht vor sich, welches sie mit den Fingerspitzen berührt hatte um sich alles einzuprägen, weil sie sich erinnern wollte, dann wenn nichts mehr blieb.

Sie sah den Mund, und die Lippen, die ihre berührt hatten, als der Phönix aus der Asche hoch in die Lüfte flog und stolz dort seine Runden zog. denkend er könnte der König der Lüfte sein und preisend seine Auferstehung.
Wie ein Orkan tobte es in ihr, und entfachte ein Feuer, welches innerlich alles verbrannte.
Es schmerzte und sie spürte, dass nichts es aufhalten konnte.
Die Nacht war so schwarz und doch wünschte sie sich gerade in diesen Gefilden einen Lichtstrahl, der sie nach oben führen konnte, um dem Phönix zu folgen.
Aber da war es wieder dieses kleine glutrote Buch mit den geheimnisvollen Zeichen aus ihrem eigenen Blut. Sie hatte es selbst geschrieben mit dem Hauch ihres Atems und jedes Kapitel war sie.
Und jetzt nahm er dieses Buch zur Hand und las darin. Er suchte und er fand sie nicht, weil nichts stimmte, zumindest nicht für ihn.
Jeder einzelne Seite nahm er zur Hand, die sie allein ihm offenbarte, und er zerriss sie, weil es nicht das war, was er sah oder sehen wollte.
Und dann schaute er sie ungläubig an und es war eine Fremde, die da vor ihm stand, weil er nie gefragt hatte, wer sie sei und was sie wollte.
Sie spürte es am eigenen Leib, und flehentlich sah sie umher. Aber die Geschworenen hatten bereits ihr Urteil gefällt.
Schuldig in allen Punkten der Anklage.

Dunkelheit kann manchmal gnädig sein und dennoch wünschte sie sich die Erkenntnis durch das Licht.
So wie früher, wenn sie einfach gelaufen ist zu einem Ort der ihr gehörte um dem zu entfliehen was nicht mehr zu ertragen war.
All die Nebelschwaden um sich herum vergessend um die Distanz zu sich selbst zu verringern.
Sie hatte immer Angst vor dem endgültigen Urteil gehabt und wusste doch, dass es nur die Hölle bedeuten konnte.
In aller Gelassenheit sprach er es aus und sie senkte dabei den Blick.
Der Phönix flog höher und höher und kannte dabei nicht die Angst sich zu verbrennen.
Da war dieses große Labyrinth, in dem sie schon immer den Ausgang gesucht hatte und den es vielleicht gar nicht gab.
Und der Phönix hätte ihr zeigen können, wie man allem entflieht, indem man ohne Angst sich erhebt im Vertrauen zu sich selbst in der Symbiose der haltenden Hand, einfach weil sie halten will und nicht aus der Forderung heraus.
Selbst jetzt kam der Irrgarten ihr wie ein viel zu enger Käfig vor mit vergitterten Türen und Fenstern, durch die kein Lichtstrahl drang.Als der Phönix sich erhob, sagte sie nichts von ihren Gedanken, weil nichts es ändern konnte, auch wenn sie es noch so wollte.
Worte können so peinigen und wie Pfeilspitzen eindringen, um dann spiralförmig sich drehend den Schmerz noch erhöhen, fast tödlich in der Wirkung.

Er hatte nie etwas gewusst von ihren ruhelosen Nächten, in denen Stimmen ihr den Schlaf raubten und sie sich selbst am lautesten hörte, wenn sie sich selbst zurücknahm um nicht zu erdrücken.
Er wusste nichts von ihren Ängsten und Selbstzweifeln und dem Wunsch gehalten zu werden in der Nacht, wenn alle schliefen und keiner ihren Schlaf bewachte der nie als Erlösung kam.
Niemand konnte sie vor diesen Nächten bewahren, in denen sie ruhelos die Schuld bei sich suchte, weil niemand anderer in der Verantwortung stand.
Sie schaute ihm stumm nach um nicht zu zeigen was sie fühlte. Er hätte auch nicht hingeschaut, weil er nur gelesen hat in diesem verdammten Buch, welches ihr Leben war.
Und es stand so viel zwischen den Zeilen, was er hätte lesen können, wenn es ihn interessiert hätte..
Sie hätte ihn gerne noch ein letztes Mal berührt, so wie er sie berühren konnte ohne alle Gegenwärtigkeit.
Viel zu schnell flog er davon um das Urteil mit sich zu nehmen in der Feuerglut die er hinter sich herzog.
Die Asche prasselte auf ihr Haupt noch vor Morgengrauen und sie nahm es hin, weil sie schuldig war.
Denn es stand in diesem Buch und nichts konnte die Zeilen löschen, weil jedes einzelne Blatt schon zerrissen im Staub lag und sich niemand die Mühe machte es aufzuheben um das Puzzle zu kleben, weil sie es vielleicht wert hätte sein können aber es wohl nicht war.

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Schwarz

April 29, 2008 · 1 Kommentar

Dann wenn man mich sieht bin ich. Dann wenn ich gehe, war ich. Nur wer ich war ist danach unwesentlich. Deswegen ist es auch nicht wesentlich wer ich bin oder wer ich sein werde. Ich bin schon vergänglich, bevor man mich sieht.

Und dann erscheint mir wieder im Traum dieses weiße sterile Zimmer wo dieses monotone Geräusch des Apparates mich fast um den Verstand bringt.
Meine Gedanken legen mühelos weite Strecken zurück ohne jegliches Hindernis im Weg, verfangen sich selbst und geben sich den Dope für die nächste Runde.
Und dieser schwarz gekleidete düstere Mann steht immer am Fenster und beobachtet mich hämisch grinsend. Er begreift es einfach nicht Und dennoch greift er schnell zu den Wolken um mir den Mund zu stopfen
Irgendwie bin ich zu schnell in mir und hab Mühe mir selbst zu folgen.
All diese nutzlosen Jahre, wo dieser Mann gewartet hat auf etwas, wo er genau wusste, dass es nie passiert. Er hat verlernt sich selbst zu bedauern und konnte nie danke sagen, weil der Hass stärker war, als das was er bekam. Unruhig wischt er sich das Blut aus den Mundwinkeln und geißelt sich selbst. Dann nahm er mich in seine Arme und seine Hand drang bis zu diesem viel zu schnell schlagenden Herz um ihm den richtigen Takt zu zeigen.
Und draußen scheint dieser Mond, der dich auch nur anlügt, und trotzdem schlägt mein Herz immer noch, laut und viel zu schnell.
Liwa erzählt mir die Geschichte von seiner Mutter, die noch einmal im Meer baden wollte, bevor sie starb und ich halte einen Stein in den Händen in den ich mein Herz für dich einmeißel und sentimentale Worte einritze .
Hier im Zimmer ist es still und der Mann steht immer noch am Fenster und klagt mich an, dass ich Schlangen getötet hätte. Ich hab nie Schlangen getötet oder ich habe es vergessen. Oder waren es die Lämmer, die schon schwiegen, weil die Luft zum Ersticken trocken war.
Und dann schau ich ihn an, präge mir jeden Zentimeter seines Gesichts ein, um nicht zu vergessen. Und er wusste doch wovon ich rede, denn er drehte sein Gesicht weg bevor sich seine Hände um meinen Hals legten.
Und im Traum sehe ich, dass alles um mich herum zu Eis gefriert und ich sehne mich nach dir und nach der Glut des Feuers.
Und dann sehe ich dich am See unten und wir starren in den Himmel wo 6 Flugzeuge ein Hexagramm zeichnen, die Gitterstäbe hinter denen wir uns verstecken.
Und wir flüstern von Gefühlen und ich glaube dir.
Im Traum höre ich die Sterne lachen und ich weiß, dass ich keine Angst mehr vor diesem schwarz gekleideten Mann mehr zu haben brauche.
Und all diese Sterne am Himmel sind gefallene Könige und eigentlich sind sie nicht mehr als Licht.
Das Surren des Apparates wird leiser und immer leiser und ich spüre, dass alles um mich herum in der Stille versinkt.
Und nur diese eine Stimme, die ich so liebe hält mich fest.

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Genial

April 28, 2008 · Kommentar schreiben

einfach eine Stimme mit Gänsehautfeeling:

Sarah McLachlan

for my man

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Oriah Mountain Dreamer

April 26, 2008 · 2 Kommentare

Zufällig ist mir gestern mal wieder „the invitation“ von Oriah Mountain Dreamer in die Hände gefallen.
Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie begeistert ich beim ersten Lesen vor so vielen Jahren war.
Auch heute noch gefällt mir ihre Sichtweise von Freiheit in jedem Gefühl.
Die Kunst selbst ein Narr zu sein und nicht nur als ein solcher dazustehen.
Ich denke, dass viele dem Begriff Freiheit eine nicht richtige Sichtweise zuordnen, nämlich dann, wenn Freiheit eine tiefe Bezogenheit einfach ausschließt.
Für mich persönlich ist es genau das Gegenteil.
Genauso, wie ich meine Gefühle vollkommen freiwillig gebe ohne eine Gegengabe zu erwarten, bleibe ich mir selbst treu und bin dadurch frei von mir selbst.
Und das bedeutet für mich:
…sich täglich nahe zu sein, ohne alltäglich zu werden
…voneinander entfernt zu sein, ohne sich zu verlieren
…sich maßlos zu lieben, ohne sich lieblos zu maßregeln
…sich einander sicher zu sein, ohne sich abhängig zu machen
…sich einander Freiheit zu gewähren, ohne sich unsicher zu werden….
Und ich genieße es in der Mitte des Feuers zu stehen und zu lieben und zu tanzen und ebenso geliebt zu werden.

The Invitation

It doesn’t interest me what you do for a living.
I want to know what you ache for
and if you dare to dream of meeting your heart’s longing.

It doesn’t interest me how old you are.
I want to know if you will risk looking like a fool
for love
for your dream
for the adventure of being alive.

It doesn’t interest me what planets are squaring your moon…
I want to know if you have touched the centre of your own sorrow
if you have been opened by life’s betrayals
or have become shrivelled and closed
from fear of further pain.

I want to know if you can sit with pain
mine or your own
without moving to hide it
or fade it
or fix it.

I want to know if you can be with joy
mine or your own
if you can dance with wildness
and let the ecstasy fill you to the tips of your fingers and toes
without cautioning us
to be careful
to be realistic
to remember the limitations of being human.

It doesn’t interest me if the story you are telling me
is true.
I want to know if you can
disappoint another
to be true to yourself.
If you can bear the accusation of betrayal
and not betray your own soul.
If you can be faithless
and therefore trustworthy.

I want to know if you can see Beauty
even when it is not pretty
every day.
And if you can source your own life
from its presence.

I want to know if you can live with failure
yours and mine
and still stand at the edge of the lake
and shout to the silver of the full moon,
“Yes.”

It doesn’t interest me
to know where you live or how much money you have.
I want to know if you can get up
after the night of grief and despair
weary and bruised to the bone
and do what needs to be done
to feed the children.

It doesn’t interest me who you know
or how you came to be here.
I want to know if you will stand
in the centre of the fire
with me
and not shrink back.

It doesn’t interest me where or what or with whom
you have studied.
I want to know what sustains you
from the inside
when all else falls away.

I want to know if you can be alone
with yourself
and if you truly like the company you keep
in the empty moments.

Kategorien: Gedankensplitter · Liebe · Sehnsucht

VerZaubert

April 23, 2008 · Kommentar schreiben

Langsam wird es wärmer und ich denke das haben wir uns verdient.
Ich genieße es gerade sagen zu können, dass es mirf einfach bestens geht. Vieles ist einfacher geworden und so viel schöner mit dem besten Mann an meiner Seite und den vielen Gemeinsamkeiten, die es gilt zu genießen.
Das Gefühl geliebt zu werden ist einfach großartig und ich verspüre einfach nur den Wunsch in mir auch all das zurückzugeben, was ich bekomme.

Kategorien: Liebe

Im Park

April 21, 2008 · Kommentar schreiben

blood of eden

Nous nous étions enfin recontrés. On chemine longtemps côte à côte, enfermé dans son propre silence, ou bien l’on échange des mots qui ne transportent rien. Mais voici l’heure du danger. Alors on s’épaule l’un à l’autre. On découvre que l’on appartient à la même communauté. On s’élargit par la découverte d’autres consciences. On se regarde avec un grand sourire. On est semblable à ce prisonnier délivré qui s’emerveille de l’immensité de la mer.

Wir wissen nicht, wieviel Zeit uns bleibt. Doch in der Magie des Augenblicks sind wir jenseits von Raum und Zeit – und nichts hat ein Ende.

Es war mal wieder einer dieser verflixten Tage an denen alles schief lief.
Tage, an denen das Aufstehen so unendlich schwer fiel und an denen sogar der Blick in den Spiegel einem das kalte Grauen einjagt.
Durchwachte Nächte gefüllt mit Sehnen nach den Stunden zuvor und der Wunsch Glück halten zu können für alle Zeit danach.
Ihr Kopf dröhnte und vor ihren Augen lief immer wieder der gleiche Film ab.Warme Haut an Haut und Liebe aus jedem Blick, welcher in aller Kälte wärmte und das Feuer selbst nährte. Er allein gab sich selbst ohne zu fordern und dafür liebte sie ihn mit einer Leidenschaft, die sie selbst immer wieder auf Neue faszinierte.
Es machte so vieles vergessend oder zumindest verdrängte sie in solchen Momenten was sie sonst von innen auffraß, wie ein elender Wurm, der sich in allen Innereien breit machte, hungrig auf alles was sie angestaut hatte.

 

Ihr Kopf schmerzte . Sie mußte raus, fliehen vor sich selbst und der eigenen Verantwortung, die sie nur sich selbst gegenüber forderte. Manchmal hatte sie das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen, dann wenn sie die Abrasion des Berges, der sich auftürmte, von sich erwartete ohne jemals auch nur einmal sich etwas von der Last anmerken zu lassen. Manchmal gelang die Simulation perfekt, auch wenn es an den Kräften zehrte. Aber Schwäche zu zeigen war nicht gestattet, so hatte sie es gelernt.

 

Draußen war es sternenklar.
Tief sog sie die Nachtluft ein. Die Kühle tat ihr gut und prickelte auf ihrer glühenden Haut.
Der Wind wehte eisig ins Gesicht, und wirkte damit ein wenig befreiend und der gefräßige Wurm in ihr machte einen kurzen Moment Pause.
Der Park war fast menschenleer.

Da saß er wieder mutterseelenallein auf dieser Bank, zu der sie immer ging, wenn sie sich selbst von ihren Gedanken für einen kurzen Moment befreien wollte.
Sie kannte ihn schon so lange, diesen alten Mann, der immer ein wenig traurig blickte und dennoch von seiner ganzen Haltung her so stolz wirkte.
Damals als sie sich neben ihn setzte, begann er wie selbstverständlich zu erzählen, von seinem Leben, von der Frau die ihn verlassen hatte, weil er zu sehr liebte, und er Trost im Alkohol suchte, der gar keiner war.
Er sprach von den Fehlern, die er gemacht hatte und die er bereute, jetzt da es zu spät war.
Alles war ihm zwischen den Fingern zerronnen. Nichts hatte er halten können.
Am Rad des Schicksals drehten so viele. Nicht alles liegt in eigener Macht.

Er blickte kurz auf, als sie sich wieder einmal neben ihn setzte und lächelte erkennend.
Sie erinnerte sich an seine Worte von damals.
„Kleines, lass niemals zu, dass die Angst vor dem nächsten Schritt dich auffrißt. So wie sie mich aufgefressen hat.
Es lohnt sich immer zu kämpfen. Geh Deinen Weg mit der Überzeugung, dass es der richtige ist.“
Als er sie anschaute nickte er kaum merklich. Trotzdem wusste sie, dass er verstand.

Von dieser Angst hatte sie sich nie ganz auffressen lassen. Irgendwie ging es immer weiter. Vielleicht auch, weil sie sich so oft an diese Worte erinnert hatte. Und der Kampf hatte sich immer wieder aufs neue gelohnt. Da wo sie heute stand, sah selbst dieser Fremde, dass sie ihren Weg bis jetzt gut gegangen war.

„Man sieht Dir an dass Du glücklich bist. Doch manchmal steht Dir noch Dein Stolz selbst im Weg. Das braucht es doch gar nicht. Gesteh Dir Deine Schwächen auch mal selbst ein und überseh nicht die Hand, die Dir gereicht wird.“

Er sprach ganz leise zu ihr und dennoch wusste sie, dass er genau ihren wunden Punkt getroffen hatte.

Als er wieder ging, schaute sie ihm lange nach.
Sein Gang war schleppend aber aufrecht, so wie jemand, der sich trotz allem, trotz jeder Niederlage immer noch seines Stolzes bewusst war.
Er war ganz in Schwarz gekleidet und und ihr schien es als wenn er mit jedem seiner Schritte etwas mehr an seine eigenen Worte glaubte.
Sie hatte verstanden, was er ihr sagen wollte, so wie damals, als er sie auch schon offen mit seinen Worten konfrontierte.

 

 

 

 

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Glück pur*

April 16, 2008 · 2 Kommentare

 

 

Es sind all diese kleinen Ewigkeiten
die zwischen den Sekunden flirren
mit Dir fliegend im gleichen Rhythmus über den Asphalt
auf dem selbstgewebten Klangteppich
einer zärtlichen Melodie.

Die Nacht wacht und erzählt eine Geschichte
wenn der Schleier sich lüftet
zwischen Traum und Wirklichkeit
über das Wir im Jetzt.
Am See verdunstet der Regen
und uns verbindet das farbige Licht der Zeit
in der blauen Stunde dem Sommer entsprungen.

Worte nicht leise geflüstert
lieber auf den Rücken gemalt
Haut an Haut im Wohlfühltanz.
Heute den Blues und morgen den Tango
sanguinisch vergessend,
weil das Haupt des Phönix bereits rot wie die Glut
und noch höher hinaus
verblichen bereits das letzte Mosaik
auf Halde gelegt und im Wind verloren.

Das Empfinden psychedelisch,
das Lächeln als Geschenk am Morgen.
Die Nacht hat nicht genug Stunden,
durch Zwei geteilt empfunden zum Quadrat.
Sonnenstrahl durchs Fenster
spiegelt sich auf Deiner Haut,
in Wärme gebettet.
Flügel gewachsen
aus Liebe und Lust gewebt. 
Die Welt um uns herum
steht still
während wir mit dem Wind
tanzen auf dem
Feuer welches wir entfacht.

So oder so,
im Wir-Gefühl.

 

*Danke Dir für dieses Glück.

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WortLos

April 15, 2008 · 2 Kommentare

 

 

ich stell mir immer wieder die Frage,
hat der altbekannte Mann,
der nur mal eben Zigaretten ziehn wollte
und dann nie wieder kam
wirklich bevor er verschwunden ist
Zigaretten gezogen
oder hat er gelogen ?

***

alles kehrt wieder zum Ursprung zurück.
schon als ich in dieses eine Leben übertrat
war ich relativ wortlos
heute mag ich manchmal die Stille um mich herum
und kein Laut kommt über meine Lippen
aus dem sich ein Wort formen ließe.
Und wenn jemand meint
mich verstanden zu haben
weiß ich, dass ich mich
falsch ausgedrückt habe. 

 

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GefühlVoll

April 14, 2008 · Kommentar schreiben

Ich wünsche mir einen Moment.
Ein kurzer Moment reicht.
Ein Moment um zu fühlen
ein Moment für die Sinne
ein Moment für den Genuss
und einen Moment für das Begehren
und dann der Moment der Liebe
der ewig bleibt.
Lass mich in diesem Moment
alles von dir aufsaugen
was für die Zeit danach reicht,
wenn die Vergangenheit beginnt,
die immer jedem Moment folgt.
Was ich mitnehme
wenn ich wiederkomme.
Gestillt.
Wir treiben um uns herum
im Kleinen Großes tun
das Ziel mehr als unbekannt
Schritte ins Neuland und wieder zurück.
Deine Hand in meinem Haar
Perlen auf der Haut
Worte fließen in den Raum
ungesprochen dennoch gehört.
Und immer wieder diese Küsse
und Haut an Haut in
diesem Gefühl sich
fallenlassen.
Das Licht spiegelte sich
noch einmal in den Glasbausteinen
der Lidstrich bereits verschmiert.
Du musst gehen auch wenn ich lieber bliebe.
Der nächste Moment wird kommen
und wir bleiben
so wie das Gefühl bleibt.

Tiefgehend.

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So wie es ist und nie war…

April 12, 2008 · 1 Kommentar

 

Es gibt Dinge, für die es leichter ist Verständnis zu ha­ben, als sie zu begreifen. Und gewisse Dinge muss man auch gar nicht verstehen, sondern sollte sie einfach nur annehmen ohne nach dem Warum zu fragen.
Der Richter schaute sie unerbittlich an.
Sie spürte hinter sich die Blicke der Geschworenen, die in sie hin­eindrangen und sich wie Pfeile in die Innereien bohrten.
Sie würde bluten, das wusste sie, und wartete gleichzeitig auf die umnebelnde Ohnmacht, die das Ausbluten als Erlösung verhüllte.
Dennoch verspürte sie dabei diesen intensiven Schmerz, den die Pfeilspitze auslöste, als sie das Gift in die Blutbahn brachte.
Wahrheit, was war die Wahrheit? Gab es sie als allumfassend per Gesetz verankert?
Hier gab es nur die ihre, so wie es immer schon war. Da hatte sie immer für gekämpft, so wie es jeder andere auch schon immer getan hatte.
Und als Opfer ihrer eigenen Wahrheit wurde sie zur Täterin an sich selbst.
Dennoch spielte es keine Rolle, denn dies war nur ein Traum, der jedem anderen verborgen blieb, den aber die Zeit mit sich brachte und den sie sich selbst verzeihen musste, auch wenn es nichts zu verzeihen gab.

Die Zeit war genauso unerbittlich wie der Richter.
Sie stand nie still, rann immer vorwärts und stets unaufhaltsam in eine Richtung.
Nur das gefühlte Tempo variierte und war dennoch unbeeinflussbar.
Niemals nahm sie Rücksicht auf die Bedürfnisse eines Einzelnen, auch wenn man um Gnade bat, weil man seine Hände in Unschuld wusch.
Sie ging ihren eigenen Weg und sagte stets was sie fühlte. Dabei machte sie sich selbst nackt vor dem anderen, egal ob aus dem Wind ein Orkan wurde oder aus Regen Hagelkörner.
Nicht jeder verstand sie und sie war längst zu der Einsicht gelangt, dass sie nicht auf Verstehen pochen musste, eben weil es immer Mechanismen gab, deren Gangart man nicht beeinflussen sich ihnen nicht einmal entziehen konnte, und die vor allem nicht in ihrem Verantwortungsbereich lagen. Trotzdem war der Wille des Verstehen wollens immer in ihr, zumindest im Ansatz des Versuches und der Einräumung einer Chance, die sie dem Gegenüber gab. Dass die Lüge dann mehr verletzte als alles andere, blieb ihr Geheimnis, wie auch der Schmerz der in der nicht vorhandenen Wertschätzung lag.

Sie wusste bereits im Vorfeld, dass auch die Geschworenen hinter ihr sie nicht verstehen wollten, nicht weil sie nicht konnten, sondern weil dies kein Gericht war, eher ein Tribunal, das seine eigenen Gesetze hatte, verankert auf großen gehissten Fahnen, die niemals jemand zu Gesicht bekam, weil es unwichtig war, was draufstand, solange man den Regeln folgte.
Denn niemand würde den Geheimcode verstehen, weil die De­chiffrierung anmaßend wäre und es unbändigen Mut verlangte aus eigener Überzeugung überhaupt einen Blick darauf zu werfen.
„Hohes Gericht, bitte glauben Sie mir, denn die Liebe hat ihre eigenen Gesetze, die es gilt Liebenderweise zu schreiben und nur den Urheber berühren.“
Wie im Fieber verließen ihre Worte die Lippen, die sie lieber geschlossen gelassen hätte.
Es würde keinen interessieren, weil von Liebe nicht die Rede war, dort wo nur der Egoismus einen Schein wachsen ließ, der sie eh nur sprachlos machen konnte.

Heute stellte sie sich freiwillig zur eigenen Dechiffrierung vor diese durchbohrenden Blicke, wissend, dass auch das Gift der Pfeilspitzen keine Rolle spielen würde, weil er unsichtbar hinter ihr stand, pfeifend und grinsend, und sie ihn geliebt hatte, für das was sie in ihm sah und sie erst zu spät erkannt hatte, dass seine Wirklichkeit nur die ihrige tangieren sollte und nicht so war wie sie es glauben wollte.
Sie hatte keine Angst mehr, egal wohin der Weg sie führen würde.
Früher war alles anders und morgen würde alles anders bleiben.
Der Unterschied war klar, zuerst nur verschwommen, aber den­noch gegeben. Aber auch dies würde niemand verstehen.
Früher waren da zu viele Wegzerrer, die nur ihren, als einzig gegebenen Weg zuließen und an ihr rissen oder sie mit Süßholz lockten, einfach weil es Spaß machte jemanden als Wegbegleiter zu benutzen.
Aber auch dies war ihre eigene Schuld, denn sie ließ es zu, weil ihre eigene Wertmaßzahl es forderte, ohne sich selbst damit aufzu­werten. Sie konnte es nicht besser, denn damals bemaßen andere den Wert im Tausch.
Sie hielt es vor anderen verborgen und dennoch war es so derma­ßen offensichtlich schon alleine an den schmerzhaften Aussaug­stellen, die nicht zu verhindern waren.
„Hohes Gericht, in diesem Punkt bekenne ich mich schuldig im Sinne der Anklage.“
Sie war doch bereits leer und es war nichts mehr vorhanden an dem man sich noch aufwerten konnte..
Gab es da etwas, was sie noch zu ihrer eigenen Entschuldigung vorbringen konnte? War dies überhaupt wichtig oder maßgeblich? Und dann für wen?
Sie vertraute auf das Gute, welches für sie in jedem Menschen vor­handen war, manchmal ganz klar ersichtlich, dann wieder versteckt in einem ruhend.
Vielleicht war es manchmal die eigene Hilflosigkeit, die einen dazu trieb zu vertrauen, nicht sehen wollend, dass der Mensch vor allem durch maßlosen eigenen Egoismus getrieben, nicht immer im eigentlichen Sinne gut handeln will. Aber auch dies mag nicht schlecht anmuten, denn so abhängig wie es vom eigenen Blickwin­kel ist, wäre es auch wieder eine eigene Wahrheit.
Anders wurde es, weil sie lernte und er irgendwann auf seinem eigenen Weg an ihrem Wegrand auf sie wartete.
Das an ihr Zerren war eine schmerzhafte Erfahrung, die es galt selbst und ohne zu zögern zu kompensieren.
Aber Wege haben den Vorteil, dass man sie verlassen konnte, solange man selbst die Kraft dafür aufbrachte.
Man musste sich selbst nur ein neues Ziel geben.
Und dann begann sie Stein für Stein zu asphaltieren. Zunächst etwas holprig aber dennoch begehbar.
Irgendwann stand er da am Wegrand auf seinem eigenen Weg. Und er zerrte nicht, weil es nicht in seinem Sinne war und er auch niemals selbst von seinem Weg abkam.
Dafür liebte sie ihn, weil sie freiwillig geben konnte und er alles gab, was ihm möglich war. Keiner stellte Bedingungen und wenn einer mal etwas aus der Puste kam, wartete der andere, weil man es sich gegenseitig wert war.
Durch ihn gab sie sich selbst ihren Wert und liebte ihn dafür noch mehr. Es bedurfte von keiner Wegesseite irgendwelcher Forderung und man blieb damit frei von sich selbst.
Selbst das Gefühl war frei und nicht abhängig von Besitzdenken, vielmehr war es freier Wille der Hingabe, jenseits jeglicher Kon­vention.
„Hohes Gericht, und dies allein ist die Wahrheit und nichts als die Wahrheit und wenn es nur die meinige ist, so ist sie es dennoch als solche anzusehen. Und niemand kann mich davon abbringen, weil ich allein so fühle. Es ist nicht der Wunsch des Besitzens der mich vorantreibt und zum Ziel wird, weil es einzig und allein um etwas geht, was man niemals besitzen kann. Es geht um das Gefühl, wel­ches man freiwillig gibt ohne Bedingungen damit zu verknüpfen, vor allem offen und ehrlich zu sich selbst.
Und wenn ich mich damit schuldig im Sinne der Anklage mache, dann will ich es sein.
Denn geblutet habe ich damals ganz allein. Und dafür übernehme ich allein die Verantwortung, weil ich mich nicht rechtfertigen will, für etwas was ich von keinem anderen erwarte.
Ja, darin bekenne ich mich schuldig und es gibt nichts zu bereuen.
Und wenn sie mich jetzt fragen, ob ich wieder so handeln würde, erhalten sie von mir ein klares Ja.
Denn es kann nur diese Antwort darauf geben, weil nichts umsonst war, noch nicht einmal mein Glaube an die Wahrheit in dieser verdammten Wirklichkeit.
Ich würde es genauso wiedertun, vollkommen freiwillig, weil mich mein eigenes Gefühl gewärmt und aufgefangen hat. Auch wenn ich nicht Ihr Verständnis erwarte, was auch nicht im Mindesten wichtig wäre, so ist es doch alleine das Gefühl was zählt, egal zu welchem Urteil sie gelangen.
Glauben sie mir hohes Gericht, wenn meine Tat einen Schuldspruch verdient, dann habe ich schon längst das Strafmaß selbst festgelegt. Nur verlangen sie nicht von mir etwas zu bereuen.
Den Narren muss ich mir selbst verzeihen, nicht mehr und nicht weniger.“

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