Arsfendi's Weblog

Liebessonette

Mai 18, 2008 · 8 Kommentare

Es ist einfach großartig, so ein tiefes inniges Gefühl in sich zu tragen und zu spüren, dass all das was man gibt im gleichen Maße und noch viel mehr zurückkommt.
Da gebraucht es nicht viele Worte, denn genau das Spüren ist so viel mehr.

Pablo Neruda drückte es einfach wundervoll aus, als er seine Liebessonettes an seine Geliebte
Matilde Urrutia schrieb.
„In meiner Poesie, in meinen Gedichten möchte ich ihr so nahe sein, dass ich in meinem Schlaf ihre Augen schließe.“

Hungrig bin ich, will deinen Mund, deine Stimme, dein Haar,
und durch die Straßen zieh ich ohne Nahrung, schweigend,
nicht sättigt mich das Brot, die Frühe lässt mich schwanken,
ich suche den fließenden Klang deiner Schritte am Tag.

Mich hungert nach dem Fehltritt deines Lachens,
nach deinen Händen, von bebender Kornkammer gefärbt,
ich habe Hunger nach der blassen Kuppe deiner Fingernägel,
deine Haut möchte ich essen wie die ungebrochne Mandel.

Den Blitz begehr ich, der sich in deine Schönheit gebrannt,
die souveräne Nase im arroganten Gesicht,
möchte essen den flüchtigen Schatten deiner Wimpern

und hungrig geh ich hin und her, witternd in der Dämmerung,
und wie ein Puma in der Einsamkeit von Quitratúe
suche ich dein brennendes Herz.

***

Was gibt es Schöneres und Innigeres als zu lieben und geliebt zu werden?

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