Arsfendi's Weblog

September 27, 2008 · Kommentar schreiben

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Was denkst Du?

September 27, 2008 · 3 Kommentare

Air A Danser

“Was denkst du gerade?”, fragte er mit neugierigem Blick.
Dabei wusste er doch wie sehr sie diese Frage hasste, gab es doch nie eine rechtfertigende Antwort.
Was denkt man in manchen Momenten, wenn man so ganz bei sich selbst ist?
Und wollte man sich überhaupt genau dann so einer Frage stellen?
Es kam immer wieder so etwas wie Verwunderung in ihr hoch, wenn derartige Wortreihungen seine Lippen gedankenlos verließen.
Ja gedankenlos war schon alleine der Sinn dieser Frage.
Es war nicht so sehr die Neugier alleine die ihn trieb, vielmehr die Bequemlichkeit sich nicht selbst einzufühlen.
Manchmal dachte sie, dass es doch dieses wortlose Verstehen geben müsste, das Wissen beziehungsweise das Fühlen was der andere dachte.
War es nicht früher so, dass sie beide sogar miteinander schweigen konnten und doch dieser unsichtbare Draht vorhanden war?
“Was denkst du gerade?”
“Ach ich denke an nichts Besonderes.” Und sie schaute ihm dabei ins Gesicht um wenigstens darin ein Verstehen erkennen zu können.
Doch sie wusste zu genau, dass sie nur Unbefriedigendes lesen würde.
Kannte er sie überhaupt wirklich, oder war seine doch vormals vorhandene empathische Ader einfach nur verkümmert, weil es Energieaufwand bedeutete auch mal sich selbst zu fragen um die Antwort dann zu erkennen.
Kinder fragen viel, weil sie am Anfang stehen und noch nicht wissen können. Sie sind neugierig und fragen, weil jede Antwort für sie nur Neuland sein kann. Und sie kommen damit ein Stück weiter in ihrer ganzen Wissbegierigkeit.
Aber hatte er das Recht auf diese eine Frage, die ihre Gedanken in manchen Momenten betraf?
“Du bist so verschlossen.”
Ja das war es wohl. Manchmal.
Bequemlichkeit machte sie immer schon wütend. Oder war es einfach nur ihr eigener Denkfehler in einem Veränderungsprozeß, der ihrer Entwicklung oblag?
Sie wußte schon lange nicht mehr, wann es begann, dass sie aufhörte unsinnige Fragen zu stellen.
Sie musste nicht alles verstehen genauso wenig wie sie immer verstanden werden musste.
Es war die Einsicht, sich selbst und anderen mit Nachsicht zu begegnen, weil die Voraussicht auch nicht immer alles sichtbar werden ließ.
Warum musste er dann gerade jetzt fragen, woran sie dachte?
Konnte er nicht einfach nur da sein, spürend, dass ihre Gedanken ihn zärtlich berührten und sonst nichts war , so rein gar nichts?

Für einen Moment dachte sie an dieses eine wunderbare Zitat von Simon Jeffes:

“Ich sonnte mich gerade am Strand, als plötzlich ein Gedicht in meinem Kopf auftauchte. Es begann mit: “Mir gehört das Penguin Cafe, ich werde Dir willkürlich von Sachen berichten” und fuhr damit fort, welch kostbare Güter Zufälligkeit, Spontanität, Unerwartetheit und Irrationalität im Leben sind. Und wenn man diese unterdrückt, um ein nettes geregeltes Leben zu führen, tötet man damit das was am wichtigsten ist, während im Penguin Cafe unser Unbewußtes einfach es selbst sein kann. Dort ist dieses, so wie jeder, willkommen. Dort herrscht eine Aufnahmebereitschaft, die damit einhergeht, das Jetzt ohne eine innenliegende Furcht leben zu können.”

Und genau das war die Antwort auf jede Frage.

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