Arsfendi's Weblog

Beiträge vom September 2008

Jammerei und andere Wehklagen

September 12, 2008 · 2 Kommentare

Da höre und lese ich immer wieder, wie Leute sich beklagen, dass es heutzutage so wahnsinnig schwer ist einen Job zu finden.

Es wird über die Behandlung bei der Agentur für Arbeit gemosert, über Schikanen und Unrecht usw.

Genau dies erstaunt mich doch immer wieder.

Ich erinnere mich noch daran, als ich mich damals selbständig gemacht habe, wie hilfsbereit die Agentur gewesen ist.

Wir waren mit 4 Leuten, die wirklich mit sehr guten Ratschlägen insbesondere im Hinblick auf Existenzgründungsdarlehen unterstützt wurden. Soll sagen, nicht nur ich hatte Glück mit meinem zuständigen Arbeitsberater.

Danach hieß es dann auch eher für mich „hilf dir selbst“.

Die Jobsuche gestaltete sich auch nach Schließung der Agentur nicht weiter schwierig.

Die 2 Jahre als Büroleiterin waren zwar nicht gerade ein Traum, aber es ging zumindest nahtlos für mich  weiter. Dabei war es natürlich mehr als hilfreich einen nahtlosen Lebenslauf vorweisen zu können mit entsprechender Ausbildung, Studium, Erfahrungen im Job, Weiterbildungen und den dazugehörenden Zeugnissen.

Und es hört nicht auf. Ein Personaltrainer sagte mal zu mir, „das Wichtigste ist die Bereitschaft des Long life learnings.“ Und ich gebe ihm vollkommen Recht.

Das eben abgeschlossene SAP Seminar brachte wieder ein neues Zertifikat und jetzt ist mal wieder Access dran.

Die Menschen, die auf einem hohen Ross sitzen und sagen, das habe ich doch nicht nötig, denken wohl kaum darüber nach, was sie alles nötig haben. Ich frage mich allen ernstes, was gibt ihnen das Recht sich auf ihren Hintern zu setzen und zu erwarten, dass die Arbeitgeber vor ihrer Tür Schlange stehen.

Meine kleine Schwester war jetzt 19 Jahre aus ihrem Job raus, um sich der Erziehung und Pflege ihres schwerstbehinderten Sohnes zu widmen.

Da mein Neffe jetzt die höhere Handelsschule in einem Internat besucht, hat sie sich sofort um einen Job bemüht und eine Superanstellung mit Festvertrag im öffentlichen Dienst erhalten.

Mir braucht keiner was davon erzählen, dass ja alles ach so schwer ist.

Ich konnte mich auch nicht auf meinem Diplom ausruhen und verlangen, ausschließlich im Marketingbereich tätig zu sein. Flexibilität mag hier das Zauberwort sein.

Und mit der Bereitschaft sich auch auf unbekanntes Terrain zu wagen, sollte es auch mit einem Job klappen.

Für mich persönlich war und ist es immer wieder eine neue Herausforderung, die auch einfach Spaß macht sich selbst etwas zu beweisen.

 

Ich denke, dass man verstehen kann, wenn ich derartige Wehklagen lese oder höre, nur noch den Kopf schütteln kann.

Es geht halt nicht, dass man heutzutage auf der Stelle stehen bleiben kann. Man muss schon selbst weitergehen und die Dinge in die Hand nehmen.

Die Agentur für Arbeit bietet Weiterbildungsmaßnahmen an, insbesondere auch für Frauen, die durch Erziehungszeiten eine längere Zeit aus dem Beruf raus sind.

Nur Jammern hat noch nie etwas gebraucht.

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Gestern

September 8, 2008 · Kommentar schreiben

Gestern rief mich nach langer Zeit mal wieder meine Kindergartenfreundin an. Wir kennen uns wirklich schon seit Jahrzehnten, haben viel gemeinsam erlebt und sind uns sehr vertraut, auch wenn die Abstände zwischen unseren Frauenabenden auch mal etwas größer sind.

Das tut aber der Nähe keinen Abbruch.
Ich denke wir wissen auch so alles voneinander durch irgendwie so ein unsichtbares Band.
Unter anderem hatten wir ein wirklich interessantes Gesprächsthema. Ich muss dazu sagen, sie ist jetzt seit 18 Jahren glücklichst verheiratet und hat auch keine Scheidung so wie ich hinter sich.
Da auch ich sehr glücklich mit dem Mann an meiner Seite bin, mutete es eher seltsam an, dass wir auf das Thema unleidige Trennungen zu sprechen kamen, wo dann am Ende es nur noch um Hass, Wut, Geld und Vorwürfe geht.
Sie erzählte mir von ihrem Chef, der gerade vor einer teuren Scheidung steht und von seiner Exfrau nur so ausgezogen wird, weil sie sich einen bezahlten Lebensstandard erwünscht und gönnen möchte, bei dem es an nichts mangelt. Arbeit hat ja auch nicht jeder nötig, wenn der Rubel auch so rollt.
Das Schlimme ist aber, dass sie ihn bluten sehen möchte und ihn auch keiner anderen gönnt, weil wenn schon sie kein Glück mit ihm hatte, soll es gefälligst auch keine andere haben.

Mir tut er zwar unendlich leid, aber was sind das für Männer, die alles mit sich machen lassen und es nicht einmal schaffen, solch einem Tun Einhalt zu gebieten.
Natürlich kann man sich hinter Schweigen verschanzen und inständig hoffen, dass sich ein Problem von alleine in Luft auflöst, aber wäre es nicht einfacher, wirklich mal mit der Faust auf den Tisch zu haun und Tacheles zu reden? Statt tagtäglich im Büro die Telefonate zu ertragen gespickt mit Spitzen und Vorwürfen.

Hat schon irgendwas schlappes Masochistisches an sich.
Seine eventuell mal vorhandene Neue ist doch jetzt schon am wenigsten zu beneiden.
Wenn ich mir vorstelle, dass die von der NochFrau auch noch permanent verfolgt wird, wird mir mehr als übel.

Nach diesem Gespräch war ich mir noch etwas mehr meines eigenen Glücks bewußt.

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Für Dich!

September 7, 2008 · Kommentar schreiben

Kategorien: Liebe

Im Auge des Stigmas

September 7, 2008 · Kommentar schreiben

…und morgen ist ein neuer Tag
Bevor unsere weißen Brüder kamen, um zivilisierte Menschen aus uns zu machen,…

…hatten wir keine Gefängnisse. Aus diesem Grund hatten wir auch keine Verbrecher. Ohne ein Gefängnis kann es keine Verbrecher geben. Wir hatten weder Schlösser noch Schlüssel, und deshalb gab es bei uns keine Diebe. Wenn jemand so arm war, daß er kein Pferd besaß, kein Zelt oder keine Decke, so bekam er all dies geschenkt. Wir waren viel zu unzivilisiert, um großen Wert auf persönlichen Besitz zu legen. Wir strebten Besitz nur an, um ihn weitergeben zu können. Wir kannten kein Geld, und daher wurde der Wert eines Menschen nicht nach seinem Reichtum bemessen. Wir hatten keine schriftlich niedergelegten Gesetze, keine Rechtsanwälte und Politiker, daher konnten wir einander nicht betrügen. Es stand wirklich schlecht um uns, bevor die Weißen kamen, und ich kann es mir nicht erklären, wie wir ohne die grundlegenden Dinge auskommen konnten, die, wie man uns sagt, für eine zivilisierte Gesellschaft so notwendig sind.[Lame Deer]

Sie waren schon eine ganze Weile unterwegs.
Schwarze Gestalten, ausgestoßen, unbeheimatet, behaftet mit dem Stigma der Beflecktheit und versunken im Dreck den dieser Planet in seinen Untiefen zu bieten hatte.
Das System hatte versagt und seine Schuldigen gefunden, die es bereitwillig vor dem großen Tribunal auf sich nahmen. Kein Aufbegehren und kein Jammern, einzig der Stolz war noch in Restbeständen zu verscherbeln, vor allem heiß begehrt und im Dutzend noch etwas teurer, weil das Angebot die Nachfrage bestimmte.
Keiner nahm viel mit auf diesem Gang durch die letzten Gassen des Infernos der Sünde und des daraus fließenden Blutes.
Nur ein einziges Teil gestatteten sie sich, an anderem war schwerer zu tragen.
Ein letzter Grashalm an dem man sich festhalten konnte, ein Stein der schwer wog, gefunden in einer Kloake von Glasscherben, ein Foto vom Sonnenaufgang am Meer, welches schon in ein tiefes Dunkelgrau eingetaucht war und schlammig roch, ebenso der letzte Apfel, den Adam übriggelassen hatte, konserviert in einer ätzenden Substanz von menschlicher Hand gebraut.
Sie begegneten nur wenigen menschlichen Wesen, in dem Schwarz der Steinwüste, welche nur noch wenig mit dem Business und Stahlglanz der ehemals stolzen Metropole gemein hatte. Nur auf dem steinigen Boden glitzerten vereinzelt ein paar Münzen, so um den letzten Wert noch zu signalisieren.
Hin und wieder huschte ein Schatten vorbei, nicht aufschauend, eher den Blick angstvoll nach unten gerichtet, weil die Furcht vor Ansteckung mit der Menschlichkeit manipulativ intravenös gespritzt war.

Im Hinterhof vor der letzten Biegung des direkten Weges in die Verdammnis sah man noch kurz einen hellen Schein des übriggebliebenen Feuers, festgehalten in der Stahltonne, vor dem sich zwei Individuen die letzte Berührung der Lippen noch zugedachten, bevor sie sich abwendeten um am Gefühl zu ersticken, welches vielleicht das Recht gehabt hätte an Bedeutung zu gewinnen.
Übrig blieb ein winziges Stigma der Gedankenlosigkeit und die Frage nach dem Warum.
Aber jegliche Bedeutung hatte an Wert verloren, von der eigenen Asche überhäuft um im Nichts sich aufzulösen, dann stromaufwärts zu fließen mit aller Kraft und ohne Anstrengung, weil genau dort oben das andere Nichts bereits schon ungeduldig wartete.
Überhaupt war nichts mehr so wie es mal war und früher war auch mehr Nichts als gut.

Sie hatten nur davon gehört, dass der Weg beschwerlich sein soll, aber Erinnerungen waren längst abhanden gekommen, untergegangen in den letzten Resten der Zivilisation, wertlos, verschmäht und dann den gierigen Hyänen zum Fraß vorgeworfen.
Nur einer war noch dabei, der hatte geschrieben um nicht zu vergessen. Ein kleines glutrotes Buch mit schwarzer Tinte und seltsamen Zeichen verziert.
Das trug er bei sich, heimlich , und vergaß es dann bei der letzten Rast beigelegt dem anderen Unrat und stinkendem Müll.

Sie waren alle zusammen auf dem gleichen Weg nur jeder hatte ein anderes Ziel.
Da war nichts zu retten, außer vielleicht die eigene Haut, die eh schon in Fetzen vom Körper hing, ausgebrannt und eingebrannt mit eigentümlichen Zeichen versehen, so als wenn man den Schmerz noch zusätzlich mit oxidierender Tinte erhöhen wollte.
Wenigstens noch ein letztes Mal ein Empfinden zu spüren in den ausgemergelten Körpern gepeinigt von der Obrigkeit.
Aber auch dies hatte nur noch wenig Bedeutung. Irgendwann war auch die abhanden gekommen und anderen dunklen Mächten gewichen, die nur danach lechzten die Kontrolle zu haben, die Macht zu trinken und sich den Bauch mit dem einzig wahren Wert des Goldes in bedeutungsvoller Währung vollzuschlagen.
Die Zeichen der Resignation waren unübersehbar. Der Boden vor der Menschlichkeit tat sich auf, gierig zuschlagend und dem nichts entgegenzusetzen. Der Rest der übrigblieb war eine graue übelriechende Masse, die alles Helle überdeckte.
Grünes verwelkte und selbst die Sonne verdunkelte sich zornig nach ihrer Implosion.
Selbst mutiges Aufbegehren wurde im Keim erstickt, weil selbst die Luft zum Atmen immer dünner wurde.
Fehl und Tadel warfen Steine um die Wette und selbst die elendste Kreatur verkroch sich im Morast.

Einzig eine letzte Melodie ertönte um schaurig schön der Melancholie Zeugnis zu tragen.
Aber auch sie verstummte immer leiser werdend, schon vorher der Tonlosigkeit in ihrer Tragweite geweiht. Zuerst wichen die weichen Töne den dumpfen, dann wurde es noch einmal wenigstens aufmüpfig schrill um dann in der Null-Linie zu enden.
Herzstillstand, da war nichts mehr zu machen. Sie verstarb um 0:00 Uhr an den Tönen des Liedes vom traurigen Sonntag.
Sie weinten keine Tränen nur ein paar Salzkristalle um wenigstens den Schein zu wahren.
Ab und an wurde hinter vorgehaltener Hand getuschelt, dass es wohl so das Beste ist und überhaupt wer darf schon unerlaubt existieren.

Nur ab und zu, ganz leise konnte man diese letzte Melodie noch vernehmen, auf den Lippen von einem, der sich aufmachte um den Weg zu finden, den das Feuer geebnet hatte, der nur jetzt noch im Schweiße der Überzeugung mit eigenen Werten gepflastert werden musste, um ihn dann mutig zu gehen.

…Einzig ein Einzelner, der sich anmaßte etwas Großes geschaffen zu haben und es sich auf die Stirn tätowierte, starrte verzweifelt auf das Desaster, das ihm von den Monitoren entgegen schrie. So war das nicht geplant und jede Gewinnrechnung in den Wind geschrieben.
Diese elenden Schmarotzer und Götzenanbeter hatten es geschafft, ein echtes Kleinod seiner Universalgalerie die Hypostase zu entziehen.. Da war jetzt nichts mehr zu machen. Er schnappte sich einen dieser jämmerlichen Primaten, als der mit seinem erbärmlichen Gekritzel die letzte Seite seines Tagebuches erreicht hatte, und konservierte ihn als abschreckendes Beispiel für kommende Spezies. Dann leitet er die Desinfektionsprozeduren ein, wandte sich angewidert ab und setzte sich an das Klavier um den letzten Börsenverlauf nachzuspielen und sich, unter dem tosenden Applaus vom Tonband, frenetisch feiern zu lassen.

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Nothing sweet about me

September 6, 2008 · Kommentar schreiben

Die Welt ist am schönsten, wenn sie auf dem Kopf steht.

sweet about me…

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2 Jahre

September 2, 2008 · Kommentar schreiben

joint venture

2 Jahre ist es jetzt her. Und ich denke immer wieder, mein Gott ist die Zeit schnell vergangen.

2 Jahre im Danach mit allen Up and Downs, die man sich nur denken kann.

Und die Zeit rast weiter und wir fliegen mitten drin. So ganz haben wir uns nie aus den Augen verloren, nur ein wenig voneinander entfernt. Ich denke, das war auch für dich ok. Wir brauchten beide doch etwas Distanz, um uns mit dem nötigen Abstand zu betrachten.

Dabei ging es einzig ums Verstehen. Gerade das fällt mir heute leichter, vielleicht dir auch.

Zwischendurch deine Nachrichten waren beruhigend, brachten immer wieder Vieles zurück.

Aber es brannte ja auch nichts an. Der Phönix flog auch in diesen 2 Jahren weiter seine Runden, versank in der Asche um wieder strahlend sich der Sonne zu nähern.

Ich glaube auch für dich war es immer wieder gut zu wissen, dass bei mir alles bestens ist.

Auch in den 2 Jahren danach hast du mir immer mal wieder den Kopf gewaschen und die Leviten gelesen, ehrlich genug wenn etwas bei dir auf Widerstand stieß.

Immer wieder konnte ich mit dir lachen und bei dir weinen.

Der Satz „außen vor stehen“ bekam durch dich eine besondere Bedeutung. Denn auch wenn wir uns selbst immer wieder betont außen vor stellten, standen wir mitten drin.

Verdammt, was habe ich in dem Davor diese Worte gehasst und damit auch deine stoische Ruhe, mit denen sie deine Lippen verließen.

Jetzt 2 Jahre später verstehe ich alles ein wenig besser, vielleicht auch weil ich die nötige Distanz nun endlich habe.

Wir haben viel gemeinsam erlebt, haben uns im Danach geändert und sind Freunde geblieben.

Deine linke Schulter war mir oft genug Trost, und wir beide wissen, dass alleine du das Recht hast mir die Antworten schuldig zu bleiben, auf die Fragen, die ich nie gestellt habe.

Dieses gereiche ich mir selbst zum Vorwurf, was auch immer das zu ändern vermag.

Ich glaube, wenn es mir schlecht ginge, wärst du auch 2 Jahre danach immer noch da um mich zum Lachen zu bringen. Und ich bin mir sicher, auch heute würdest du dich lieber an den Worten „habe ich dir doch gesagt“, verschlucken. Sogar als Freund weißt du was wichtig ist, auch wenn du einiges nicht verstanden und sorgenvoll den Kopf geschüttelt hast.

Heute kann ich dir ja sagen, dass du genau das Richtige getan hast, wenn du dich in manchen Momenten still und leise zurückgezogen hast um mich mein Ding machen zu lassen.

Nicht jeder hat das Glück im Leben, dieses Gedicht geschrieben zu bekommen, an dessen Worte man glauben kann.

Ich habe es.

Es geht mir gut und es ist mir wichtig zu wissen, dass es dir genauso geht, obwohl ich mir nicht sicher bin, ob du es mir sagen würdest, wenn es nicht so wäre.

Im nächsten Leben, ich weiß.

Vielleicht ist der Kaffee dann noch ein wenig schwärzer oder auch bitterer, wer weiß.

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