Arsfendi's Weblog

Beiträge vom Oktober 2008

leaving…

Oktober 24, 2008 · 4 Kommentare

Nimm mir bitte nicht meine Träume,
irgendwann verflüchtigen sie sich von alleine
und ich werde hoffen,
dass trotzdem etwas bleibt.

Als sie heute morgen in den Spiegel schaute, war eigentlich alles wie immer.
Nur wenn man genauer hinschaute, konnte man etwas erkennen, das nicht so recht ins Bild passte.
Ihr fiel es auch erst nach dem zweiten Blick auf, dass ihr da etwas Unbekanntes entgegen blickte.
Irgendetwas, was sich langsam eingeschlichen hatte und nicht so recht sich ins Spiegelbild einfügen wollte.
Sie blickte in Augen, die etwas völlig Neues und ihr unbekanntes ausstrahlten.
Das war es also, das von ihr gelebte Leben, was sich da so unaufhaltsam widerspiegelte.
Der Spiegel war so gnadenlos ehrlich und nahm keine Rücksicht auf das was sie eigentlich nicht sehen wollte.
Er zeigte geradezu gnadenlos das ganze Spektrum von Vergangenheit über das Jetzt bis hin zur Zukunft.
Eigentlich wie immer, nur heute hatte sie den Blick dafür und schloss nicht so wie sonst die Augen, als wenn man damit auch nur ein Fältchen verbannen könnte.
Ein wenig erschrocken nahm sie so etwas wie Entschlossenheit in ihrem Blick wahr. Nicht wie sonst, das Zögerliche durch Ängste hervorgerufen.
Nein, es war diese Entschlossenheit, die nur durch die Akzeptanz des Gewesenen hervorgerufen wird und dem Willen dem Kommenden zu begegnen.
Mehr als 40 Jahre blickten ihr da im Spiegel entgegen, Jahre, die alle Farben des Regenbogens trugen und gelebt waren in der ganzen Bandbreite der Intensität.
Keines dieser Jahre wollte sie missen und jedes Fältchen verriet, dass sie es gelebt hatte.
Da war diese kleine Zornesfalte, genau über der Nasenwurzel. Ja, die hatte mit den Jahren an Stärke gewonnen, und sie dachte an die Mutter, die schon zu Kindertagen immer der Verzweiflung nahe war, wenn sie auf Forderungen mit Trotzanfällen reagierte.
Auch heute noch konnte Wut in ihren Augen Blitze hervorrufen und ihre Stirn in Falten legen.
Die zwei kleinen Lachfalten um ihren Mund hatte sie gehegt und gepflegt, und jede Stunde, die ein Lachen in ihr hervorrief war ihr die Erinnerung wert. Vor allem dieses unbeschwerte Lachen zu den Zeiten, in denen sie das Glück genoss und sich ihm wie ein Kind im Vertrauen hingeben konnte.
Aber auch die Sorgenfalten konnte sie nie ganz wegretuschieren. Sie hatten sich um ihre Augen eingeprägt wie ein Mal. Aber sie zeigten ihr auch immer wieder, dass sie ihr nichts anhaben konnten, weil sie ihnen stets auch gewachsen war oder an ihnen wuchs.

Manches Mal war sie in der letzten Zeit ein wenig müder und kraftloser, und der Blick in den Spiegel war nur kurz, so als wenn sie ihm damit ausweichen konnte.
Und doch bemerkte sie diese Wandlung, die sich da in ihr selbst vollzog, nicht von alleine, sondern weil die Zeit und damit sie selbst es wollte.
Viel zu lange hatte sie sich allem gefügt, hatte akzeptiert, was für sie unabänderlich erschien.
Der Blick in den Spiegel verriet ihr heute die Kraft der Entschlossenheit.
Es war langsam an der Zeit Bilanz zu ziehen und aus den Erfahrungen der Vergangenheit Einsichten werden zu lassen.
Irgendwie stand für sie der Satz im Raum, wenn nicht jetzt, dann nie mehr, denn sonst wäre alles umsonst gewesen.
Da waren immer diese Erwartungen, die sie stets gewillt war zu erfüllen, sich danach zu richten, was andere einforderten.
Wie oft hatte sie ihren eigenen Weg verlassen um an der Hand eines anderen dessen Weg fortzuführen. Wie oft hatte sie sich dem Egoismus anderer gebeugt ohne sich dem entgegenzustemmen und sich selbst wichtig zu nehmen.
Wofür hatte sie das gemacht? Um Liebe zu erhalten für den Preis sich selbst zu verleugnen?

Jetzt war da diese wilde Entschlossenheit in ihrem Spiegelbild, die sogar ein Lächeln in ihrem Gesicht hervorrief.
Genau das war es.
Der Preis war einfach zu hoch um dafür das eigene Ich zu verleugnen.
Liebe lebt nicht von Erwartungen und von dem was eingefordert werden muss, und schon gar nicht vom Verbiegen um der Liebe Willen.

Da war sie, diese Entschlossenheit wieder zur eigenen Konsequenz zurückzukehren.
Endlich wieder einen eigenen Weg zu gehen, mit der eigenen Kraft und der Gewissheit es für sich selbst zu tun.
Und vor allem mit dem Wissen auch auf diesem Weg um ihrer selbst willen geliebt zu werden.

Sie genoss diesen Blick in den Spiegel.
Sie würde wieder mit aller Kraft ihren eigenen Weg gehen, ihre eigenen Prioritäten setzen und Menschen begegnen, die sie genau auf diesem Weg begleiten.
Nie wieder ein Nein akzeptierend, dafür aber vor allem zu sich selbst stehend mit aller Konsequenz.

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Für immer und Dich

Oktober 19, 2008 · 2 Kommentare

Wenn Du mich liebst
stell ‘ne Kerze ins Fenster.
Schreib mir keinen Liebesbrief
wenn Du mich liebst,
lieb mich sieben Himmel hoch,
lieb mich sieben Meere tief.

Rio Reiser

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DerStolzderRose

Oktober 17, 2008 · Kommentar schreiben

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HerzVolles

Oktober 16, 2008 · Kommentar schreiben

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Viel zu wenig Zeit

Oktober 9, 2008 · 4 Kommentare

Manchmal wünschte ich mein Tag hätte mehr als 16 Stunden, um allem gerecht zu werden.

Irgendwie rast die Zeit und es scheint als würde sie mir zwischen den Fingern wegrennen.

Manches kommt einfach zu kurz, auch wenn Prioritäten gesetzt werden.

Land in Sicht? Nein, ich suche noch den Horizont.

 

Irgendwas ist ja immer.

Der Umzug in 3 Wochen liegt schwer im Magen, so vieles muss dafür noch organisiert werden.

Dank meinem Schwagerherz brauch ich aber nicht noch vorher den LKW-Führerschein zu machen um den gesamten Ballast zu transportieren.

Na ja, der letzte Umzug ist ja auch erst 1 Jahr her und wir sind noch in Übung.;-)

 

Habe ich eigentlich schon mal erwähnt wie sehr ich den Umgang mit Ämtern liebe?

Ok, von Natur aus gehöre ich zu der eher ruhigen Spezies Mensch, aber ab und an schwillt selbst mir die Zornesader an.

Ich hab ja auch gar nicht viel zu tun und kümmere mich am liebsten eher nicht um Finanzangelegenheiten. Aber manchmal kommt man halt  nicht drum herum, vor allem wenn man es mit besonders liebenswürdigen Sachbearbeitern zu tun hat.

Da ich jetzt die Aufforderung für 2 Steuererklärungen bekam und ich es in Rekordzeit von  einer Woche geschafft habe diese verdammten Einträge auf den zig Bögen zu machen, erkläre ich von nun an dieses zu meiner Lieblingsbeschäftigung und meinem neuesten Hobby.

Ich könnte mir durchaus vorstellen, in meinem nächsten Leben Steuerberater zu werden.

(oder lieber nicht!!!)

 

Was ich mir von nun an aber eher verkneifen werde, ist das Telefonieren am Steuer.

OK OK Asche auf mein Haupt.

Ich zahl ja auch voller Reue das Bußgeld und rahme mir den Punkt sorgsam ein.

 

So zwischendurch habe ich mich dann noch auf sehr wichtige Gespräche nächste Woche vorbereitet (Betriebsvereinbarungen sind schon durchaus interessant)

Daneben pflege ich meine Grippe und höre mir die Sorgen und Probleme meiner Kinder an.

Deswegen bitte nicht böse sein, wenn ich momentan so vieles andere einfach vernachlässigen muss.

 

Wie gut nur, dass in der Liebe alles bestens ist

Das Leben ist herrlich, wie könnte es auch sonst anders sein.

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Oktober 3, 2008 · Kommentar schreiben

Sie sagten:
“Es ist so einfach. Glaube an uns. Vertraue uns. Streife Deine Identität ab. Begib Dich ins Netz.”

Was hatte ich schon zu verlieren?
Ich war jung, gesund und ich brauchte unbedingt einen Mann. DEN Mann.
Ich wollte endlich eine Zweisamkeit.
Damit die dunklen Stunden der Einsamkeit endlich verstummten. Um dem Flüstern,
den Stimmen in meinem Kopf zu entfliehen, die nur dazu dienten, dass wenigsten einer sich mit mir unterhielt. Ich wollte endlich erlöst werden.

Also stieg ich hinab in die unendlichen Weiten dieser wunderbaren Welt, in denen das Blut zwischen Bits und Bytes fließt. Und ich verwandelte mich.
Aus meinem Körper wurden ausgewählte Pixel und aus meinem Ego wurden gefällige Texte.
Der Eiskönig hatte mich geküßt und der kalte Splitter in meinem Herzen betäubte mich.
Ich war wunderschön anzusehen, geheimnisvoll und unnahbar, besaß Charisma und Charme, war intelligent, humorvoll und hatte stets das gewisse Extra.
Und ich weckte Träume, dort wo sie vermißt wurden.

Wie erwartet kamen sie in Scharen und buhlten um mich.
Doch ich war meinem Eiskönig treu ergeben.
“Du bist nicht mein Typ. Zu dick. Zu dünn. Zu dumm oder zu schlau. Zu weit weg. Zu hohe Ansprüche. Zu schlampig zu perfekt.
Komm her, geh weg!”

Das Reich der glitzernden Tränen wuchs ins Unermessliche. Die Zahl der Söhne und Töchter wuchs stetig.
Perfekt geklont und jederzeit bereit , voller Liebe ihr kaltes Spiegelbild zu küssen.

Nur ich wurde immer unglücklicher. Ich vermisste. Ich sehnte mich. Stärker denn je zuvor.
Ich hatte vergessen warum ich hier war. Ich war so zweidimensional und trauerte um die Sonne, um jede Helligkeit um mich herum.
Und ich beschloss in dieser Cypermäßigkeit zu sterben.

Ich bin nicht perfekt und werde es nie sein.
Darum bin ich einzigartig und nur Ich.
Ich rieche nicht nach Vanille und habe keine Dornen.
Ich schmecke nicht nach Schokolade.
Es sind 2 Arme und 2 Beine vorhanden und ein gesunder Menschenverstand.
Damit kann ich deinem Leben keinen Sinn geben nur mir selbst.

Aber wenn du mich berührst, kannst du mich fühlen und wenn du mich ansiehst erwärmt dich mein Lächeln.
Wenn wir uns streiten kann du mich hassen und wenn wir uns lieben darfst du mich loslassen.

Ich liebe die Sonne, das Meer und die Farbe Gelb. Manchmal auch Schwarz.
Ich liebe es geliebt zu werden und das Leben an sich.
Auch wenn ich es manchmal vergessse.

Ich bin frei, sogar frei von Erwartungen. Und das erfüllt mich mit Freude.
Wenn ich neuerdings jemanden auf der Straße sympathisch finde, fange ich einfach an zu reden.
Spreche mit meinen Augen, meinem Körper und vermag es die Luft zum Schwingen zu bringen.
Es lag die ganze Zeit in meiner Macht und ich habe es nur nicht wahrgenommen.

Ich habe wieder mit dem Altern angefangen.
Es macht mir manchmal Angst aber ich laufe nicht mehr davon.
Ich kann mich wieder spüren und wichtig nehmen in meiner eigenen Bedeutsamkeit.
Und ich habe meine Erinnerung wieder.
Ich weiß endlich wieder wer ich bin, woher ich komme und wohin ich will.
Es ist gut zu wissen, was ich will.

Ich bin glücklich. Ich lebe!

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