der denkende Mensch

Der Mensch ist denkendes Wesen und zum Handeln berufen. Er kann lernen.

Diese Spruchweisheit könnte die Maxime für einen moralisch verantwortlich handelnden Menschen sein. „Gut“ ist die allgemeinste Form eines positiven Werturteils und Tun hier zu verstehen  als bedachtes und verantwortetes Handeln. Bedachtes verantwortliches Handeln setzt zum einen die Fähigkeiten zum Denken und Handeln voraus, wie auch das Moment der Freiheit des Handelnden, weil Verantwortung sonst nicht zugewiesen werden kann. Der freie Wille muss immer mitgedacht werden. Die Fähigkeit zu Denken ist die Voraussetzung für werten (urteilen), welches für sich wiederum die Basis für jegliche Form von gutem Tun bildet.

Die Maßstäbe nach dem gut bewertet wird, unterliegen der Maßgabe der denkenden und handelnden Gemeinschaft von Menschen. Sie sind das mehrfach reflektierte Einverständnis einer Lebensgemeinschaft zu wohl Bedachtem, welches sich zur allgemeinen Verbindlichkeit widerspruchsfrei generalisieren lässt.

Während das Nicht-Menschliche-Lebewesen über einen fast kompletten Satz gebrauchsfertiger, voraussagbarer Reaktionen auf Umweltreize verfügt, also über ein geschlossenes genetisches Programm, verfügt der Mensch über ein offenes genetisches Programm, welches es ihm ermöglicht, durch Verarbeitung von Informationen sein Verhalten und seine Handlungen an Umweltreize anzupassen. Bekanntlich heißt dieser Prozess Lernen.

Die Wiederkehr im Denken, Handeln, Lernen erfolgt an jeder der drei Stationen und endet nie. Sie ist dem menschlichen Leben immanent. Ohne die Wiederkehr im Denken, Handeln, Lernen gibt es kein menschliches Leben.

Am Anfang steht fremdbestimmtes Denken, welches hilft, den Menschenverstand zu entwickeln. Ist dieses Denken gesund, entwickelt sich der gesunde Menschenverstand als ein in der Praxis eines erfolgreichen Lebens bewährtes Denkorgan, welches das gesunde Überleben ermöglicht. Sein Denken ist reflektiert an den konkreten Erfahrungen des Alltags. Der Versuch durch eigenes Denken Probleme zu lösen, erfolgt sehr früh und hinterfragt diese naive Alltagswelt. Hier beginnt mit Staunen das philosophische Denken. Dem Nachdenken und Ausdenken folgt das Durchdenken und Bedenken. Aus einem diffusen Gefühlsdrang entwickelt sich die praktische Intelligenz (Vernunft) des Denkers. Fühlen, glauben, wissen sind die Stationen dieses Prozesses. Das gute Gefühl lässt den Fühlenden das Gute fühlen. Das gute Glauben überwindet die Grenzen der Vorstellungskraft die bisweilen am Denkbaren scheitert. Aus Denkbarem wird Vorstellbares und aus Vorstellbarem Behandelbares. Das Wissen erwächst aus der Kenntnis von Etwas oder über Etwas im Denken oder in der Erfahrung von Etwas und lässt den Prozess immer wieder von neuem beginnen. Der Denker schafft neues Wissen und neue Fragen. Er verschafft sich Kenntnisse über etwas, er lernt.

Ergeben die Kenntnisse im Zusammenwirken einen erkennbaren Sinn, werden sie als vernünftig wahrgenommen. Der verantwortlich Handelnde unterstellt sich der Kontrolle der Vernunft, die Scheingründe von guten Gründen trennt. Die Vernunft ist der Wahrheit verpflichtet, welche wiederum die Beziehung zur Wirklichkeit herstellt. Nichts wird zu Wissen wenn es sich nicht an der Wirklichkeit bewährt.

Bewährtes Wissen bildet die abgesicherte Grundlage für erfolgreiches Handeln, vernünftiges Denken bewirkt den langfristigen Handlungserfolg und das gute Gefühl bestätigt die Verträglichkeit und Vertretbarkeit des Getanen. Damit sind die Bedingungen der Möglichkeit für dauerhaft verantwortetes Handeln bestimmt. 

Vernünftiges Denken, wirklichkeitsbewährtes Wissen, ein freier Wille und das gute Gefühl.

Über arsfendi

Ich bin ein seltsames Mädchen... Meine wilden Träume, die ich bis zum Morgen während dem Vollmond hab, werd ich für immer für mich behalten.
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3 Antworten zu der denkende Mensch

  1. RealGast schreibt:

    Hm, interessant.
    Ich hoffe Du möchtest diesen Text nicht wirklich diskutieren?

    Solltest Du jemals einen 2000er Thread anstreben dann veröffentliche das in den heiligen Hallen. Wahlweise einen Monat lang jeden Freitag, dann platzen den selbsternannten Gelehrten dort wie im Film ‚Mars Attacks!‘ die kleinen grünen Köpfe.
    Das wär‘ doch mal was.
    :-))

    Ich bin sehr gespannt auf den 2ten und wichtigeren Teil:

    der fühlende Mensch

  2. arsfendi schreibt:

    Der Text entstand als Diskussion zwischen meiner Tochter und mir. Sie mußte ein Referat über dieses Thema schreiben.
    Ich selbst finde das Thema einfach sehr spannend aber hier ist es halt nur ein winziges Fragment.
    Für die heiligen Hallen eher wohl nicht.;-)

  3. RealGast schreibt:

    Nein, da gehört er sicher nicht hin.
    Spannend und interessant sind Text und Thema allemal.
    Ich staune jedesmal aufs Neue beim durchlesen.
    Und denke nach.
    🙂

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