John

John war Dein Name. Mehr blieb nicht.
Irgendwie gehen die Tage im Moment nur sehr langsam um. Und ich warte auf den Moment, wenn sie wieder anfangen zu fliegen.
Ein normaler Rhythmus ist schon so lange her, genau wie alles andere auch.
Es wird wieder meine Zeit, Stunden und Minuten, die sich einzig und allein um mich drehen, und um das was wirklich zählt.
Mehr als einmal kam mir die Frage in den Sinn, ob ich mich wieder nach Vergangenem zurücksehne.
Aber wonach eigentlich?
Eine viel zu kurze Zeit drehte sich alles um Dich.
Morgens der erste Gedanke an Dein Lächeln und abends beim Einschlafen an die Sanftheit Deiner Hände. Und Deine Worte, die mich immer wieder gestreift haben, sanft wie ein Hauch und doch so prägnant.
Vieles dazwischen gerät so langsam in Vergessenheit.
Eine paar Tage lang oder waren es Wochen?
Aber wer warst Du?
John war Dein Name und mehr weiß ich schon nicht mehr.
John, ein Fremder, der mich am Anfang mit Worten berührte, und ein Fremder, der unverändert auch als solcher wieder ging.
Dazwischen blieb nicht viel.
Distanz war Deine Stärke. Unverbindlich, ohne jemals ganz nah zu sein. Sich selbst nur wichtig und auch nur wahrnehmend.
Aber es waren die Jahreszeiten, die Du jede für sich ein wenig 
heller erscheinen ließest und mich dabei zu einer Ode machtest.
Und allein mein Gefühl für Dich beschenkte mich doch immer wieder reich. Eine kurze Zeit zumindest..
Ich versuchte mit dem Lauf der Dinge Schritt zu halten, einfach für mich selbst.
Du hättest auch wohl nichts anderes akzeptiert.
Ob es richtig war? Nicht erst seit heute habe ich meine Zweifel.
Es fiel schwer, Dich nicht ganz in mich hineinschauen zu lassen.
Nur ab und an schnitt die Maske schon ziemlich tief ein.
Nur sie war es, die unsere gemeinsamen Momente mich schwebend erleben ließen.
Im Grunde genommen lebte jeder von uns sein eigenes Leben.
Trotzdem gewöhnte ich mich an Dich.
Nur heute frage ich mich, woran eigentlich.
Was gefiel mir, was löste diese fast schmerzhaft zu spürende Sehnsucht aus?
War es dieser Wille zu kämpfen?
Ein vom Gefühl gelenkter Kampf um etwas, was nur für mich selbst von Bedeutung war.
Nun, es war wohl doch eher ein Kampf gegen Windmühlen.
So muss sich wohl dann auch Don Quichotte gefühlt haben.
Aber es war mein Kampf für etwas, was mir wichtig war.
Und Du John hast mir etwas bedeutet, gerade in diesen schlaflosen Nächten, wo meine Gedanken zu Dir hinflogen über jede Distanz.
Und was spielt es da für eine Rolle, ob man am Ende Gewinner oder Verlierer ist. 
Manches mal kehren auch heute noch Erinnerungen in Form von Bildern wieder.
Es ist wohl normal dabei, dass Dein Gesicht immer mehr verschwimmt und anderes dafür umso klarer wirkt.
Es war das Gesicht eines Fremden.
Heute bin ich mir sicher, Du warst und bist nur auf der Suche nach etwas, von dem Du gar nicht weißt, dass es existiert. Vielleicht würdest Du sogar daran vorbeilaufen, wenn es vor Dir steht.
Unsere Zeit war schnell um, vielleicht gerade richtig für Dich oder auch für mich.
Schön, wild und heiß war das Frühjahr.
Morgens neben Dir aufzuwachen und noch einen Moment in Dein entspanntes Gesicht zu schauen, das waren die Augenblicke in denen ich Wärme verspürte. Denn da konnte ich ein Stück der Distanz zwischen uns überwinden.
Und genau diese Wärme brauchte ich, denn der Herbst wurde dann eisig und von heftigen Stürmen durchzogen.
Vielleicht war es dann auch gut, als Du gingst. Ich hab nie versucht Dich aufzuhalten.
Denn endlich konnte ich meine Maske ablegen. Als die Tür hinter Dir ins Schloss fiel, war es fast so, als wärst Du nie gewesen. Auch Momente des Zorns kamen und gingen wieder.
Ja ich vermisste Dich sogar, mit all Deiner Kälte und Unnahbarkeit.
Irgendwann aber konnte ich das in Dir sehen, was Du immer warst:
Ein Fremder, der mich nur mal kurz mit einem Hauch streifte, der es aber schaffte, ein Feuer in mir zu entfachen.

Über arsfendi

Ich bin ein seltsames Mädchen... Meine wilden Träume, die ich bis zum Morgen während dem Vollmond hab, werd ich für immer für mich behalten.
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