ÜberStanden

Endlich wieder zu Hause.

Heute war dann doch noch einmal endloses Warten angesagt, was natürlich gerade bei meiner Ungeduld kein Leichtes war.

Aber wichtig ist einfach, dass alles einigermaßen gut überstanden ist.

Einige Überredenskünste hat es mich zwar gekostet, dass mir wenigstens der Sonntag zu Hause geschenkt wurde, aber es war dann doch nicht so schwer, einem Arzt klarzumachen, dass die bessere Erholung einfach daheim in den eigenen vier Wänden stattfindet.

Und mit dem ganzen Schmerzmittelvorrat, den man mir mitgegeben hat, könnte man eh eine ganze Horde Elefanten ruhigstellen. Trotzdem konnte ich dann doch meine Verwunderung darüber nicht so ganz verbergen, da ich bereits gestern schon verlauten ließ, gar keine Schmerzen mehr zu haben.

Aber auch dafür hatte dann der nette Herr in Weiß eine ganz plausible Erklärung.

Demnach bin ich erst einmal für die nächsten Tage so zugedröhnt, dass man mich getrost als nicht zurechnungsfähig einstufen darf, was sicherlich mancherorts bereits zur Belustigung beigetragen hat.

(Die Fotos mein lieber Herr Schwager kommen natürlich unter Verschluss!;-))

Aber ganz ehrlich, ich bin froh, dass ich es überstanden habe. Und jetzt reicht es aber auch.
Mein Bedarf ist für längere Zeit nun wirklich gedeckt.

****

Und jetzt so nach den ersten Stunden zu Hause merke ich doch wie dünn mein Nervenkostüm gerade ist.
Ich werde doch langsam alt und stecke nicht mehr alles so leicht weg.

Kann es sein, dass gewisse Dinge einen auch empfindlicher machen? Man reagiert irgendwie sensibler, obwohl dazu doch gar kein Grund besteht.
Aber egal, heute darf ich mal Weichei sein, morgen male ich mir die Sonne an die Wand, streiche meine Seele in HippHoppFarben und lackier mir meine Nägel in glutrot.
Dann gelingt mir auch das Lachen wieder und ich wundere mich nur noch darüber, warum ich manchmal so seltsam bin.

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Über arsfendi

Ich bin ein seltsames Mädchen... Meine wilden Träume, die ich bis zum Morgen während dem Vollmond hab, werd ich für immer für mich behalten.
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8 Antworten zu ÜberStanden

  1. gokui schreibt:

    ja es stimmt: mit „dem alter“ wird man empfindlicher. viele dinge erscheinen in einem anderen licht. dinge die einen in frühster jugend begeistert haben werden unwichtig und der lebensfokus konzentriert sich mit gewachsener reife mehr auf andere sachen. das gespühr hat an erfahrung viel gewonnen.

  2. paradalis schreibt:

    guten morgen.
    sabine, du weißt, es wird wieder. ja. bereits heute sieht mit sicherheit alles ganz anders aus.
    !!
    und falls doch nicht:
    – schieß die bösen gedanken in den wind. soll er sie doch mit sich nehmen.

    gokui…
    ich werde mit dem alter weniger empfindlicher, verarbeite gewisse dinge schneller. eben weil sie mir in einem anderen licht erscheinen. nämlich in dem, dass alles vergänglich ist. man eben nur geduld haben muss. und das letztendlich auch geduldiger als in der jugend ist.
    und- manchmal ist alles gar nicht so „langandauernd schlimm“. dann schläft man eine nacht darüber und am morgen hat der sturm nachgelassen.
    🙂

  3. arsfendi schreibt:

    Guten Morgen Ihr Beiden,

    ganz anders als Du liebe Heike werde ich mit zunehmenden Alter einfach ungeduldiger.
    Ich merke, dass ich einfach nicht mehr so schnell verarbeite und sich dadurch vieles in mir anstaut.
    Konnte ich früher noch so manches einfach abschütteln, läßt mich manches heute einfach nicht los.
    Und ja ich bin irgendwie empfindlicher geworden, höre vielleicht auch einfach genauer hin.
    Vielleicht ist es auch einfach so, dass man doch ein Gespür für gewisse Schwingungen entwickelt hat und man es versäumt hat das dicke Fell im gleichen Maße nachwachsen zu lassen?
    Ganz bestimmt aber ist es so, dass genau wie Gokui sagt, man im Laufe der Zeit an Erfahrungen gewonnen hat, egal ob sie gut oder schlecht sind.
    Sie machen definitiv sensibler, insbesondere für das eigene Innere.

    Lieben Gruß

    Sabine

  4. Ute schreibt:

    Hallo Bine,
    tja muss ja mal sehn was mein Schwesterherz wieder neues geschrieben hat.
    Ich weiss nicht, aber irgendwie sagte mir meine innere Stimme, schau mal
    nach dem Rechten.
    Ich merkte Deine innere Unruhe schon gestern am Telefon. Komisch!
    Hey, Du hast alles überstanden. Ab und zu wird es nochmal wehtun.
    Ich ziehe meinen Hut wie Du das alles wegsteckst!
    Das war immer der kleine Unterschied bei uns beiden! Du warst immer die
    Stärkere von uns beiden. Ich immer das Weich-Ei!
    Heute, ich bin nun echt schon 45 Jahre alt, kann ich sagen, ich blicke zurück
    auf eine Zeit, in der es nicht immer einfach war. Wir haben vieles gemeinsam
    gemeistert. Und weisst Du was? Ich bin stolz darauf.
    Es war bestimmt vieles falsch, aber auch Fehler müssen gemacht werden. Nur so
    lernt man!
    Sieh nicht immer alles so negativ. Setze Dir kleine Ziele….und dann drauf zu!
    Du musst nicht immer alles aufeinmal schaffen.
    Wenn Du Hilfe brauchst, ich bin immer für Dich da! Aber ich glaube das weisst Du!
    Die Bilder bleiben natürlich unter Verschluß allerdings im privaten DVD Schrank! Griiiins!
    Wir werden bestimmt demnächst gemeinsam darüber lachen können.

    Dicke Umärmelung
    Deine Schwester und Dein Schwager

    PS: Unsere Nummer hast Du, ruf an wenns brennt!

  5. skriptum schreibt:

    Liebe Sabine,

    von Mitte 2005 bis Mitte 2007 habe ich einen „Ritt“ hingelegt, der seinesgleichen hoffentlich nicht nur bei mir, sondern auch bei allen Menschen die ich kenne, auf ewig suchen wird. Allen Menschen? Ja, allen Menschen – sowas wünsche ich niemandem! Vom Unfall bis zur dreifachen Lebensgefahr (gleichzeitig versteht sich; was ich mache, mache ich richtig) war alles dabei. Sechs Mal Krankenhaus; von Versorgung in der Notaufnahme über nächtliche Notoperation bis hin zum längeren Aufenthalt auf der Intensivstation. Insgesamt mindestens ein halbes Jahr (zum Glück zuhause) Heilungsphasen etc. etc. etc.

    Es gab Zeiten, in denen ich technisch nicht einmal in der Lage war, mir selbst eine Scheibe Brot zu machen. In anderen Phasen war ich mit Tramal so zugepumpt, dass ich schon dankbar dafür war, wenigstens einigermaßen unfallfrei geradeaus GUCKEN zu können. Kein Mensch hatte von mir verlangt, stark zu sein. Kein Mensch hatte erwartet, dass ich alles alleine schaffe. Nur einer: Ich selbst. Und weißt Du was das war? Kompletter Unsinn! Denn auch für solche Situationen sind Familie und Freunde da. Auch meine Art ist es nicht, ständig jemanden um Hilfe zu bitten. Es ist mir peinlich. Warum auch immer. Aber es gibt eben Situationen, in denen es nunmal nicht anders geht. Und man selbst wäre doch genauso hilfsbereit, wenn ein Freund Kummer hat oder in Not ist. Du genauso für andere, wie andere für Dich.

    Richtig?

    Na also! ;o)

    Das einzig wirklich Hinderliche daran ist die eigene Ungeduld. Und da kann ich Dir leider auch keine schlauen Worte hinterlassen. Dagegen habe ich auch noch kein Patent-Rezept entdeckt. Aber ich arbeite dran … Du hoffentlich auch.

  6. skriptum schreibt:

    „Solche“ Bilder gibt es bei/von mir übrigens auch. Ich habe sie aber einkassiert und weiß aktuell nicht einmal wo sie sind. Gut so! *g

  7. arsfendi schreibt:

    @skriptum

    Da sind wir uns wirklich sehr ähnlich. Mir fiel es schon immer schwer um Hilfe zu bitten.
    Freunde sind in solchen Lagen wirklich eine große Hilfe und natürlich die Familie.
    Ich habe gestern noch zu Heike gesagt, wie gerührt ich hier z.B. über die Worte meiner Schwester war. Aber wir haben auch wirklich eine sehr enge Bindung und wissen auch so, dass wir immer für einander da sind.
    Auch von Heike weiß ich, dass sie jederzeit für mich da ist und das stärkt ungemein.
    Überhaupt ist bei meinen Freunden eh kein Wort notwendig, da spürt man das füreinander Da sein auch so.
    Und in der Partnerschaft ist das eh nicht die Frage.
    Es ist schon meine eigene Ungeduld, die mich permanent unter Druck setzt.Hinzu kommt, dass man sich selbst auch in solchen Situationen einfach überschätzt. Man will sich nicht gehenlassen und simuliert.
    Aber auch daran arbeite ich;-)

    Lieben Gruß ArsFendi

  8. skriptum schreibt:

    „Überhaupt ist bei meinen Freunden eh kein Wort notwendig“

    Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen, wie oft plötzlich jemand vor meiner Tür stand und sinngemäß sagte „Erzähl/Zeig mir einfach, was Dich im Moment am meisten nervt. Ich erledige das!“. Ich war unglaublich dankbar, weil ich so nicht einmal in die Situation kam, darum konkret bitten zu müssen. Als ich einmal zu einer Freundin sagte, dass es mir total peinlich ist, sie so rumzuscheuchen, sah sie mich etwas irritiert an und sagte, dass sie es überhaupt nicht als Rumscheuchen empfindet und es außerdem außer Frage stünde, dass ich jederzeit das Gleiche für sie tun würde. Was auch wenige Wochen später geschah, nachdem sie sich überraschend hatte operieren lassen müssen.

    Es gleicht sich alles irgendwann aus. Dazu braucht man nichts zu „protokollieren“ oder aufzurechnen. Es geschieht auf ganz natürliche Weise. Und es ist einfach schön.

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