Stille

Don’t fear…

„Man muss im Leben stehen wie in einem Schützengraben, immer auf der Hut, man weiß nie, von welcher Seite sie das Feuer auf einen eröffnen. Und wenn zu lange kein Feuer eröffnet worden ist, eröffnet man es selber, weil die Stille so unheimlich ist.“

Ich weiß nicht mehr aus welchem Buch dieses Zitat stammt, aber ich finde es faszinierend, in Bezug auf das Buch von Frank Schätzing, welches ich gerade mal wieder zur Hand genommen habe.

„Die dunkle Seite“ ist eins meiner Lieblingsbücher, welches ich eher verschlungen habe, weil es mir mehr lag als z.B. „Der Schwarm“.

Zitat:

„Aber sie hatte ihn angehört und die ureigene Sprache der Angst vernommen, die kein Zittern und kein Flehen in der Stimme braucht. Die sich in Ausdruckslosigkeit und Sachlichkeit mitteilt. Die hinter Unbefangenheit und Lachen lauert. Die in jeder Sekunde dein Denken und Empfinden beherrscht, während du der Welt ins Angesicht schaust und Theater spielst, um sie nicht merken zu lassen, was los ist.
Schritt für Schritt weichst du zurück. Die Wände rechts und links rücken näher, schließen sich zur Ecke. Du versuchst hineinzukriechen in den rechten Winkel. Darin zu verschwinden. So überwältigend ist deine Panik, dass du wie ein Kind die Augen schließt in der Hoffnung, nicht mehr gesehen zu werden.
Aber das Ungeheuer, das deine Angst frisst und sich davon nährt, sieht dich.
Es erhebt sich, kommt über dich, verdunkelt dich. Es fährt in dich hinein und macht sich breit, brennt dich mit seinem feurigen Atem in diese Ecke, obwohl du allen Platz des Universums für dich hättest, verwandelt dich, macht dich zu seinesgleichen.
Niemand, der dir hilft.
Niemand, der dich sieht.
Diese letzte Erkenntnis ist die Schlimmste. Dass die anderen Sie nicht mehr sehen können.
Ganz allmählich, ohne es zu merken, wirst du zu dem, was du am meisten hasst.
Dann bist du auf der dunklen Seite.“

„Wir breiten Worte voreinander aus wie Fotografien, um die Landschaft unserer Seele zu beschreiben. Und wie Fotos enttäuschen sie uns. Die Schlucht, die so unspektakulär erscheint und doch in Wirklichkeit so tief abfällt. Das Panorama, nicht annähernd so gewaltig, als stünde man in eigener Perso davor. Alles verflacht, wird bunt, geschwätzig und beliebig, aus dem Zusammenhang gerissen. Wir führen einen Machtkampf der Offenbarungen, peinlich darauf bedacht, dass keiner mehr preisgibt als der andere, im Glauben, dem anderen auf diese Weise näherzukommen, wir ihm, nicht er uns. Wir reden und reden und entfernen uns mit jedem Wort ein Stückchen weiter weg von dem, was wir ausdrücken wollen.“

***

Vor allem das 2. Zitat stimmt dann doch sehr nachdenklich.
Und ich weiß warum ich manchmal das Schweigen in aller Stille mehr liebe als jedes Wort zuviel.

Wie schrieb Akif Pirinçci noch so treffend über die menschlichen Abgründe:

Die Welt ist eine Hölle!
Was für eine Rolle spielt es, was in ihr passiert?
Sie ist derart gestaltet, dass ein Leid ein anderes nach sich zieht.
Seit die Erde existiert, findet eine Kettenreaktion des Leidens und Grauens statt.
Aber vielleicht ist es anderswo nicht besser, auf den fernen Planeten, Sternen und Milchstraßen…
Wer weiß? Die Krönung all der Häßlichkeiten, dieses Universums und der unbekannten Universen, ist jedoch mit ziemlicher Sicherheit der Mensch.
Die Menschen sind so…
Sie sind böse, verschlagen, selbstsüchtig, habgierig, grausam, wahnsinnig, sadistisch, opportunistisch, blutdürstig, schadenfroh, treulos, heuchlerisch, neidisch und – ja vor allem strohdumm!!
Die Menschen- so sind die Menschen.
Doch was ist mit den anderen?

[…]

Über arsfendi

Ich bin ein seltsames Mädchen... Meine wilden Träume, die ich bis zum Morgen während dem Vollmond hab, werd ich für immer für mich behalten.
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