LautLos

Als ich von einer Reise zurückkehrte
und meine Wohnung aufschloss,
stand auf dem Tisch jener Aschenbecher,
den ich auszuleeren versäumt hatte. –
So etwas lässt sich nicht nachholen.

[Günter Grass]

…und irgendwann ziehen wir Bilanz und dann wünsche ich mir nicht bereuen zu müssen, etwas versäumt zu haben.

 

 

Vollmond der schlaflosen Nacht ergeben
durchschritt sie das Tal der Lautlosen
Spieler trunken vor Glück schwiegen betreten
der Närrin zum Spott
rauschende Säbel gewetzt zum Tanz
schwunghaft der Handel mit Blut und Gebeinen.
Am Wegesrand beherrschte die Glut die Öde
Geier warteten leise in den Weiten
Der Nachtigall zum Trotz
singend eine bedeutungsvolle Weise.
Schwarze Schatten im Nirwana
Koseworte geflüstert in der Nacht
verhallten bis zur Unerreichbarkeit diffamiert
gereichten ihr zur Freude,
dennoch schmerzend bis ins Innerste gerührt.
So wie damals im Namen der Rose
Dornen durch das Herz
Worte mit Kummer und Schmerz.
Suchend ein Ziel,
über ein aufgezwungenes Selbst hinaus,
welches sie nicht mehr war,
ein neues Inneres erschaffend
einmal bis zum Himmel und den Fall retour.
Den Wahnsinn verleugnend
trotzend jeglichen Gefühls
Vergebliche Suche nach dem Davor und Danach
Euphorie und Ekstase einer anderen Art.
Dämonen, keine Engel
tanzten auf der Nasenspitze ihres Geistes.

Über arsfendi

Ich bin ein seltsames Mädchen... Meine wilden Träume, die ich bis zum Morgen während dem Vollmond hab, werd ich für immer für mich behalten.
Dieser Beitrag wurde unter Liebe, Lyrik, Sehnsucht veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu LautLos

  1. skriptum schreibt:

    Fast jeder Mensch ist sich sicher, seine Grenzen selbst zu stecken. Doch das Leben ist voller Überraschungen. Mal geht es ungeahnt doch noch ein paar Schritte weiter und ein anderes Mal kommt man bereits zum Stillstand, noch bevor man den ersten Schritt überhaupt gehen konnte.

    Alles hat seine Zeit. Das Vergessen ebenso wie das Bewusste. Das Rennen wie das Stillstehen. Das versäumen, wie das Erledigen. Das Bereuen ebenso über nicht Getanes wie Getanes (seltsames Wort …). Und die Freude. Über ein Gänseblümchen oder einen Lottogewinn. Und über alles dazwischen.

    ~~~~~

    Ich gelte zwar nicht unbedingt als überdurchschnittlich pingelig, aber wenn ich nach Hause käme und da stünde ein voller Aschenbecher, würde ich vermutlich umziehen. Es gibt Dinge, die gehen gar nicht! ;o)

  2. arsfendi schreibt:

    Gott sei Dank steckt das Leben immer wieder voller Überraschungen.
    Das macht es ja gerade so spannend, auch wenn man sich nicht aussuchen kann, ob es gerade mal Glück oder Leid für einen parat hält.
    Ich möchte zumindest nichts davon missen egal in welcher Richtung.
    Und wenn man dann am Ende sagen kann, alles hatte seine Zeit, und alles war ok, ist es doch bestens gelaufen.

    Für mich kommt es im Grunde genommen nur darauf an, dass man Versäumtes oder Nichtgetanes nicht nachholen kann. das Bereuen zu müssen ist imo weitaus schlimmer als den gemachten Fehler zu bereuen.

    Und mit dem Aschenbecher gebe ich Dir vollkommen recht. Da bin ich sogar als starke Raucherin absolut pingelig und es wird stetig geleert was geleert werden muss.;-)

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