UnVergänglichkeit

Seltsam war, dass sie heute an so vieles aus der Vergangenheit nachdachte und es sie eher beängstigte, dass schon so vieles in Vergessenheit geraten war.
Sie wußte, dass es der Lauf der Dinge sein mußte, das Schöne zu bewahren und alles andere tief und nicht wiederbringbar in der Versenkung verschwand.
Es war nicht gut, wenn die Gedanken zu kreisen begannen und man versuchte sich zu erinnern, an das was dem letzteren nicht wert war.
Die Natur des Menschen sorgte wohlweislich vor und so vergaß man halt das, was dem eigenen Lauf nicht standhielt.
Das Leben geht weiter ohne Rücksicht auf derartige Verluste im eigenen Hirn.
Und so hatte alles seinen Sinn. Heute war alles gut und sie war die, die sie sein mußte, mit all ihren Stärken und Schwächen.
Gerade Wege hatte sie immer schon gehaßt und sich nie die ausgesucht mit dem geringsten Widerstand.
Die innere Unruhe war geblieben, aber die trieb voran zu neuen Anstiegen. Neugier war schon immer ihr Lebenselixier gewesen und brachte sie an den Punkt, von dem es aus galt nach neuen Wegen zu suchen. Immer im Visier die Visionen, die es galt zu neuen Zielen werden zu lassen.

Heute ist ihr Weg neu gestaltet, nicht nur von ihr allein, sondern von dem Mann, der den gleichen Weg geht, nebeneinander und doch immer miteinander.
Es ist hell auf diesem Weg, der mit Liebe sorgfältig gepflastert ist.
Er wird zwar nicht immer gerade verlaufen, bestimmt auch mit dem ein oder anderen Anstieg etwas schwieriger sein, aber dennoch wird dann eben der eine den anderen ziehen oder warten bis beide wieder den gleichen Schritt haben.
Es wird vielleicht auch mal regnen oder ein Sturm sich aufwallen und Blitz und Donner den Weg säumen, dennoch wird dieses vorhandene Glücksgefühl jede Unebenheit glätten.
Sie dachte an ihren Wunsch, dass jemand mal ein Gedicht für sie schreiben möge.
So wie es Darío Jaramillo Agudelo beschrieb:

Eines Tages
werde ich Dir ein Gedicht schreiben,
das weder die Luft erwähnt
noch die Nacht,
ein Gedicht,
das die Namen der Blumen auslässt,
in dem es keinen Jasmin
und keine Magnolien gibt.
Eines Tages
werde ich Dir ein Gedicht schreiben
ohne Vögel und Quellen,
ein Gedicht
das das Meer umgeht
und das nicht in die Sterne schaut.
Eines Tages
werde ich Dir ein Gedicht schreiben,
das sich darauf beschränkt,
mit den Fingern
über Deine Haut zu fahren,
und das Deinen Blick
in Worte verwandelt.
Ohne Vergleiche, ohne Metaphern,
eines Tages
werde ich Dir
ein Gedicht schreiben,
das nach Dir riecht,
ein Gedicht
mit dem Rhythmus Deines Pulses,
mit der Kraft,
dem Druck Deiner Umarmung.
Eines Tages werde ich Dir
ein Gedicht schreiben,
den Gesang meines Glücks.

Er schreibt es gerade für sie mit jedem Blick, mit jeder Geste und mit jeder Berührung.
Und das wird bleiben.

Über arsfendi

Ich bin ein seltsames Mädchen... Meine wilden Träume, die ich bis zum Morgen während dem Vollmond hab, werd ich für immer für mich behalten.
Dieser Beitrag wurde unter 1, blog, Erinnerungen, Gedankensplitter, Gedichte, Liebe, Lyrik, Menschen, Sehnsucht veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s