Und noch einmal…

 

 

…ein Brief an Dich, den ich gar nicht kenne.

 

Es ist lange her, dass ich an dich geschrieben habe. Und doch ist nichts vergessen von der Zeit davor und auch danach.

Damals war ich dir mit den Zeilen und ebenso dazwischen immer sehr nah, was mir eben auch in der Zeit danach immer sehr geholfen hat mich selbst zu sehen und anderes, was des Sehens wert war.

Ich hatte immer das Gefühl, Du kanntest mich, wie ich wirklich war, eben auch das, was ich verbarg hinter dieser mühsam aufgerichteten Wand, hinter der es sich geschützter lebte.

Es war schon immer das, was ich mir gewünscht hatte, dass sich jemand die Mühe macht, aus eigenem Antrieb etwas tiefer zu blicken, ohne dann mit erhobenem Zeigefinger mir die Richtung zu weisen.

Für dich waren Fehler da, um sie zu machen. Und ich machte immer schon derer viele und hörte dich dann lachen und sagen, „komm schon, das kannst du besser“.

Manchmal wollte ich aus Feigheit lieber einen Umweg gehen oder versteckte mich aus Angst um nicht die Tiefe vor mir zu sehen, als ich versuchte über den Tellerrand zu blicken.

Dann warst Du es, der mir die andere Möglichkeit vorlebte, auch mit einer Schwäche die nächsten Schritte zu gehen.

Vor allem meine Ungeduld war es, die mir selbst immer wieder Steine in den Weg warf.

Tief in mir gab die Unruhe Befehle und beschleunigte meine Schritte.

Deine sachliche Besonnenheit kannte ich nicht und war dann doch erstaunt, wie locker gerade damit alles von der Hand ging.

Ganz extrem war es, was ich in Bezug auf Erwartungen lernen musste.

Es hat lange gedauert, bis ich mich davon frei sprechen konnte um nicht mehr mir selbst im Weg zu stehen.

 

Irgendwann war die Zeit da, wo ich alleine ging.

Natürlich war ich zuerst wütend, weil Du auf einmal fort warst. Es ging auch am Anfang nicht immer alles glatt, denn es war nicht so sehr mein eigener Antrieb, der mich lenkte, vielmehr der Gedanke daran, wie du wohl handeln würdest.

Trotzdem lief es mit der Zeit immer besser.

Das Wichtigste war, ich akzeptierte das, was mich selbst ausmachte, insbesondere auch meine Fehler und Schwächen. Auf einmal war ein Verstecken gar nicht mehr nötig, denn ich war nicht mehr klein und wuchs eher an meinen Erfahrungen und den damit verbundenen Einsichten.

 

Es mag sein, dass ich auch heute immer noch so meine Schwierigkeiten mit dem Erwachsensein habe. Vielleicht ist es aber auch nur so, dass ich bestrebt bin, das Kind in mir zu bewahren um die Zeit zu nutzen Fehler zu machen, die ein Kind einfach machen darf um zu lernen.

 

Diese Unruhe ist immer noch in mir, aber sie ist ein Antrieb für das Vorangehen um nicht stehen zu bleiben. Die stetige Neugier wird wohl auch immer bleiben, so als Lebenselixier, weil sie die Angst vor dem Unbekannten einfach schluckt.

 

Ich denke heute würdest du dich oftmals über mich wundern. Vieles ist so unbeschwert geworden und mit Leichtigkeit angefüllt.

Die Zeit hat vieles gerichtet.

Visionen sind zu Zielen geworden und so manches Schlachtfeld habe ich auch in der Niederlage als Sieger verlassen.

Mein Fell ist etwas dicker geworden, dennoch ziehe ich es hin und wieder doch lieber vor mich abzuwenden als mich einem unnötigen Kampf zu stellen.

 

Vor allem aber leuchtet meine Welt seit einiger Zeit in ganz besonders bunten und schimmernden Farben.

Aus der Gemeinsamkeit heraus ist vieles so viel leichter geworden.

Ich lausche den Worten, die sich mit der Zeit zu einem Gedicht zusammensetzen und mit jeder Silbe meine Haut streicheln.

Da berührt jede Geste und zaubert im größten Sturm jenen Sonnenstrahl der in der Kälte wärmt.

Dieses Glück zu empfinden, ohne Zwang dafür mit jeder Freiwilligkeit, möchte ich einfach nicht mehr missen. Und ich bin mir sicher, dass es unter der Symbiose noch weiter wächst.

 

Vielleicht wird kein weiterer Brief mehr nötig sein. Ich bin mir sicher, meinen weiteren Weg zu gehen. Auch wenn man vor den Stürmen niemals sicher sein kann, habe ich doch bereits schon festgestellt, dass meine Angst vor dem Gewitter schon kleiner wird.

Und überhaupt gilt es das Leben zu genießen und alle Zeit die man hat.

 

Über arsfendi

Ich bin ein seltsames Mädchen... Meine wilden Träume, die ich bis zum Morgen während dem Vollmond hab, werd ich für immer für mich behalten.
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