Gestern

Gestern rief mich nach langer Zeit mal wieder meine Kindergartenfreundin an. Wir kennen uns wirklich schon seit Jahrzehnten, haben viel gemeinsam erlebt und sind uns sehr vertraut, auch wenn die Abstände zwischen unseren Frauenabenden auch mal etwas größer sind.

Das tut aber der Nähe keinen Abbruch.
Ich denke wir wissen auch so alles voneinander durch irgendwie so ein unsichtbares Band.
Unter anderem hatten wir ein wirklich interessantes Gesprächsthema. Ich muss dazu sagen, sie ist jetzt seit 18 Jahren glücklichst verheiratet und hat auch keine Scheidung so wie ich hinter sich.
Da auch ich sehr glücklich mit dem Mann an meiner Seite bin, mutete es eher seltsam an, dass wir auf das Thema unleidige Trennungen zu sprechen kamen, wo dann am Ende es nur noch um Hass, Wut, Geld und Vorwürfe geht.
Sie erzählte mir von ihrem Chef, der gerade vor einer teuren Scheidung steht und von seiner Exfrau nur so ausgezogen wird, weil sie sich einen bezahlten Lebensstandard erwünscht und gönnen möchte, bei dem es an nichts mangelt. Arbeit hat ja auch nicht jeder nötig, wenn der Rubel auch so rollt.
Das Schlimme ist aber, dass sie ihn bluten sehen möchte und ihn auch keiner anderen gönnt, weil wenn schon sie kein Glück mit ihm hatte, soll es gefälligst auch keine andere haben.

Mir tut er zwar unendlich leid, aber was sind das für Männer, die alles mit sich machen lassen und es nicht einmal schaffen, solch einem Tun Einhalt zu gebieten.
Natürlich kann man sich hinter Schweigen verschanzen und inständig hoffen, dass sich ein Problem von alleine in Luft auflöst, aber wäre es nicht einfacher, wirklich mal mit der Faust auf den Tisch zu haun und Tacheles zu reden? Statt tagtäglich im Büro die Telefonate zu ertragen gespickt mit Spitzen und Vorwürfen.

Hat schon irgendwas schlappes Masochistisches an sich.
Seine eventuell mal vorhandene Neue ist doch jetzt schon am wenigsten zu beneiden.
Wenn ich mir vorstelle, dass die von der NochFrau auch noch permanent verfolgt wird, wird mir mehr als übel.

Nach diesem Gespräch war ich mir noch etwas mehr meines eigenen Glücks bewußt.

Über arsfendi

Ich bin ein seltsames Mädchen... Meine wilden Träume, die ich bis zum Morgen während dem Vollmond hab, werd ich für immer für mich behalten.
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