black and white

augen1

Dann wenn man mich sieht bin ich. Dann wenn ich gehe, war ich. Nur wer ich war ist danach unwesentlich. Deswegen ist es auch nicht wesentlich wer ich bin oder wer ich sein werde. Ich bin schon vergänglich, bevor man mich sieht.
Und wer ich wirklich bin frage ich mich morgen auch noch.

Und dann erscheint mir wieder im Traum dieses weiße sterile Zimmer wo dieses monotone Geräusch des Apparates mich fast um den Verstand bringt.
Meine Gedanken legen mühelos weite Strecken zurück ohne jegliches Hindernis im Weg, verfangen sich selbst und geben sich den Dope für die nächste Runde.
In meinem Innersten fließt glühendheiße Lava und raubt mir den Atem.
Kopflos beginne ich zu laufen um meinen eigenen Schatten zu jagen.
Und dieser schwarz gekleidete düstere Mann steht immer noch  am Fenster und beobachtet mich hämisch grinsend. Er begreift es einfach nicht .Und dennoch greift er schnell zu den Wolken um mir den Mund zu stopfen.
Im Trommelwirbel des Ave Marias peitschen seine Worte mir ins Gesicht und ich fühle wenigstens noch den Schmerz seiner falschen Anschuldigungen um für sich selbst einen Grund zu haben vor mir zu fliehen.
Ja so mache ich es ihm leicht und bejubele frenetisch seinen Abgang.
Irgendwie bin ich zu schnell für mich selbst und hab Mühe mir zu folgen.
All diese nutzlosen Jahre, wo dieser Mann gewartet hat auf etwas, wo er genau wusste, dass es nie passiert.
Er hat verlernt sich selbst zu bedauern und konnte nie danke sagen, weil der Hass stärker war, als das was er bekam. Unruhig wischt er sich das Blut aus den Mundwinkeln und geißelt sich selbst.
Dann nahm er mich in seine Arme und seine Hand drang bis zu diesem viel zu schnell schlagenden Herz um ihm den richtigen Takt zu zeigen.
Und draußen scheint dieser Mond, der dich auch nur anlügt, und trotzdem schlägt mein Herz immer noch, laut und viel zu schnell.
Liwa erzählt mir die Geschichte von seiner Mutter, die noch einmal im Meer baden wollte, bevor sie starb und ich halte einen Stein in den Händen in den ich mein Herz für dich einmeißele und sentimentale Worte einritze .
Es ist nicht die Zeit für große Worte, für Rechtfertigung noch weniger.
Keiner ist sich einer Schuld bewusst.
Alles ist eh gesagt. Man hat sich eine Meinung gebildet und ich bin zu müde um nach einer Rechtfertigung zu suchen, deren Worte an der Mauer des schon vorhandenen Hasses abprallen würden.
Hier im Zimmer ist es still und der Mann steht immer noch am Fenster und klagt mich an, dass ich Schlangen getötet hätte. Ich hab nie Schlangen getötet oder ich habe es vergessen. Oder waren es die Lämmer, die schon schwiegen, weil die Luft zum Ersticken trocken war.
Und dann schau ich ihn an, präge mir jeden Zentimeter seines Gesichts ein, um nicht zu vergessen. Und er wusste doch wovon ich rede, denn er drehte sein Gesicht weg bevor sich seine Hände um meinen Hals legten.
Vorher hatte er noch in diesem kleinen roten Buch gelesen, dessen Seiten mein Leben war. Dann ließ er jede einzelne Zeile zu Staub zerfallen, weil sie ihm keinen Gedanken wert waren.
Und im Traum sehe ich, dass alles um mich herum zu Eis gefriert und ich sehne mich nach dir und nach der Glut des Feuers.
Und dann sehe ich dich am See unten und wir starren in den Himmel wo 6 Flugzeuge ein Hexagramm zeichnen, die Gitterstäbe hinter denen wir uns verstecken.
Und wir flüstern von Gefühlen und ich glaube dir.
Im Traum höre ich die Sterne lachen und ich weiß, dass ich keine Angst mehr vor diesem schwarz gekleideten Mann zu haben brauche.
Und all diese Sterne am Himmel sind gefallene Könige und eigentlich sind sie nicht mehr als Licht.
Das Surren des Apparates wird leiser und immer leiser und ich spüre, dass alles um mich herum in der Stille versinkt.
Und nur diese eine Stimme, die ich so geliebt habe hält mich fest.

Über arsfendi

Ich bin ein seltsames Mädchen... Meine wilden Träume, die ich bis zum Morgen während dem Vollmond hab, werd ich für immer für mich behalten.
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