Verletzungen

Ich habe mich oft gefragt, warum an dem Satz: Menschen die sich lieben können sich auch am stärksten verletzen, so viel Wahres dran ist.
Wenn ich liebe, egal ob den Partner, die Kinder und die Freunde, ich mag nicht verletzen. Egal in welcher Form.
Harmoniebedürfnis?
Warum sind Verletzungen überhaupt möglich?
Wird man mit Gefühl einfach empfindlicher?
Kann man sie verhindern?

Und es bleibt doch immer wieder die Frage, warum verletzen andere überhaupt um was genau zu erhalten?

Da versuche ich heute z. B. meiner Großen klarzumachen, dass ein bisschen Mithilfe nach einer großen Party ganz angebracht wäre.

Aber da zeige ich ja kein Verständnis für einen schweren Kopf und großer Müdigkeit. HaHa.;-)

Irgendwie verletzt mich das muss ich ehrlich sagen.

Das ist jetzt nur ein kleines Beispiel so im Umgang miteinander.
Vielleicht bin ich im Moment auch einfach nur überempfindlich, weil sich die Wehwehchen einfach etwas angehäuft haben.
Und weil mal wieder auch ein mittelgroßer Berg vor mir liegt.
Ach ich weiß auch nicht. Momentan fliegen so viele Fragen in meinem Kopf herum und es wird nicht besser.
Dabei steht morgen erst mal wieder Arbeit an.
Außerdem liegt mir dieser verdammte Sehtest schwer im Magen.
Und und und…

Das Neue Jahr fängt gut an.

Über arsfendi

Ich bin ein seltsames Mädchen... Meine wilden Träume, die ich bis zum Morgen während dem Vollmond hab, werd ich für immer für mich behalten.
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19 Antworten zu Verletzungen

  1. wortman schreibt:

    Trotzdem bleibt für mich die Frage warum ist das so?
    Warum sind diese Verletzungen überhaupt möglich?
    Wird man mit Gefühl einfach empfindlicher?

    Warum? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Wenn man liebt, öffnet man sein Selbst, offenbart mehr oder minder sein Inneres und das wird dann leider oftmals gegen einen verwendet, wenn ein Bruch kommt.
    Das sind Schmerzen, äußerlich nicht sichtbar, die aber im Inneren einen füchterlichen Kampf erzeugen, wobei manchmal der Mensch auf der Strecke bleibt, wenn solche dinge öfters geschehen…

    [OffTopic] Liebe Arsfendi, ich wünsche dir ein frohes neues Jahr. Möge es schön werden. Ich hab mir auch erlaubt, dich in meine Linkliste zu legen. Ich hoffe, das ist ok.

  2. nedganzbachert schreibt:

    Liebste Arsfendi,
    Den Menschen, den Du liebst, lässt Du auch in Deine Burg. Somit wirst Du nicht mehr von Mauern, Wassergräben, Zugbrücken und Fallgittern geschützt. Lässt Du ihn in Deine innersten Gemächer, dann hast Du nicht einmal mehr Schuhe an. Wenn er Dir dann auf den Fuß tritt, tut es weh, egal ob es aus Absicht oder versehen geschah.
    Während Dich das Schwert Deines Feindes auf der anderen Seite der Mauer nicht schrecken muss, kann die Nadel des Geliebten tief ins Fleisch dringen.

    Andererseits, wie soll er Dich zärtlich streicheln, wenn Du Deinen Panzer nicht ablegst?
    Ohne Vertrauensvorschuss, geht in einer Beziehung nichts.

    Mögen die Wunden nicht zu tief sein und bald heilen!

  3. arsfendi schreibt:

    Ein Frohes Neues Jahr Euch Beiden.
    Ich hoffe Ihr seid gut reingekommen.

    Den Text habe ich etwas editiert, um ihn von der Fragestellung etwas allgemeiner zu halten.
    Es geht mir schon um diese Frage nach der Empfindlichkeit.
    Sollte man nicht doch in gewissen Dingen, wie in meinem Beispiel, nicht alles so verbissen sehen?
    Macht man nicht selbst auch die empfundene Verletzung zu dem was sie ist?
    Ich glaube ja nicht, dass z.B. meine Tochter mich absichtlich verletzen wollen würde, sondern einfach nur nicht sich der Wirkung bewußt ist.

    Aber wie stelle ich es dann an, nicht so empfindlich zu reagieren?

    PS. Natürlich Herr Wortman ist das ok. Es freut mich.

  4. Tapps schreibt:

    Mach ein Pflaster drauf und gut ists!

  5. arsfendi schreibt:

    Menno lieber Tapps, ich hab doch ne Pflasterallergie.;-))

  6. wortman schreibt:

    im gewissen sinne hast du schon recht. empfindsame menschen machen solche „verletzungen“ natürlich erst zu dem was sie sind. das problem liegt eigentlich darin, wenn du dich dagegen immunisieren willst, müsstest du in der lage sein, gefühle einfach abzuschalten. das könnte aber auch schnell ins gegenteil verfallen: man wird zu „kalt“ für schöne empfindungen.
    vielleicht stellt man sich auch in solchen situationen zu viele „wenn-dann“-fragen… oder sucht fehler dort, wo man sie eigentlich nicht suchen sollte bzw. gibt sich irgendeine „schuld“, die man gar nicht hat.

    danke 🙂 ist mir eine ehre, dich in der liste zu haben 🙂

    @tapps: pfaster? meinste, mit (p)fasten lässt sich das aussitzen? 🙂

  7. Tapps schreibt:

    Dir wird schon was einfallen, es gibt braunes, weißes, durchsichtiges, Sprühverband etc., notfalls tuts auch eine Tomatenscheibe!

  8. Tapps schreibt:

    @ Wortmann, das „l“ war natürlich verloren gegangen! Und fasten? Hm, jetzt in der Faschingszeit? Passt nicht so wirklich 🙂

  9. gokui schreibt:

    oh es gibt ein pflaster für liebeswunden ?
    zeigt es mir !

    frohes neues jahr,

    liebe ist ein geben und nehmen, ein akt, ein spiel aus selbstlosigkeit im gewissen wärme zu empfangen und einen gegenüber gefunden zu haben. doch viele vergessen auch, das die liebe nicht ihre träume sind und auch ihren preis hat. nicht nur das geben ist der preis, sondern auch dinge wie respekt und feingefühl.

    eine freundliche aufforderung zum aufräumen/ mithelfen mit einem darauffolgenden „rumraunzen“ kann man noch tolerieren. es zeigt aber doch, daß jede liebe auch ihren platz hat, eine stellung in der partnerschaft mit aufgaben. etwas „selbstverständliches“ sollte man eigentlich nur erinnern müssen – ein vehementes einfordern zeigt schon eine diskrepanz in der gewichtung.
    und – gerade bei den lieben kinderchen – ist eine liebe auch, sie zu fordern, ihnen aufgaben zu stellen um sie für ein späteres leben da draußen in der wildniss zu schulen.
    in gewisser weise liebe ich dieses spiel.

    @wortmann: man(n) muß nicht unbedingt „kalt“ für diese empfindungen generell werden. sie werden dann nur verborgen oder/ und können ihren fokus auf anderes oder andere lenken.

  10. paradalis schreibt:

    Guten Morgen und toi toi toi für Deinen Sehtest!

    Natürlich gibt es Phasen, bei denen man besonders empfindsam ist und natürlich wäre es sehr schön, könnten Mechanismen entstehen, die genau in diesen Situationen hilfreich einschreiten und ansonsten außen vor bleiben.
    Und natürlich! (schon wieder) bin ich der Überzeugung, dass das auch geht. Man kann sich Verhaltensmuster antrainieren, die diese empfindsamen Situationen „entschärfen“. Sonst wären einige von uns doch gar nicht überlebensfähig.
    🙂

    Ich glaube, das funktioniert am besten damit, indem man so verschiedene Sachen definiert.

    1. Was ist für mich überhaupt Liebe?
    2. Wie glaube ich, liebt mich der Andere, der mich da verletzt?
    3. Ist es überhaupt Liebe oder etwas anderes?

    Verstehe mich bitte richtig, in bezug auf deine Tochter gibt es da für mich natürlich gar keine Frage. Die Kinder liebt man immer und die haben wohl auch dadurch die größte Chance, einen so richtig zu verletzen. Wenn man ihnen eben nicht ab und an die Grenzen aufzeigt, auch wenn das wahnsinnig schmerzt und so ein Mutterherz in mehrere Teile zerreißt.

    Aber all die anderen Gelegenheiten, bei denen man empfindsam ist?
    Wie erwähnt, automatisierte Verhaltensweisen sind da schon hilfreich.

    Also dann, Kopf hoch! Das wird schon alles wieder. Einmal darüber schlafen und dann alles Schritt für Schritt abarbeiten. Eines nach dem Anderen. Nach Prioritäten geordnet.
    Und Zettel schreiben- für die Klarheit im Kopf. Geschriebenes sieht sortierter aus. Erleichtert das Sortieren. Du weißt ja, wir sprachen darüber!

    !

  11. Georg schreibt:

    Sind es denn wirklich die anderen, die uns verletzen oder tun wir das nicht selbst durch enttäuschte Erwartungen und sind dann so sauer auf uns, dass wir die anderen dafür verantwortlich/schuldig machen?

    Dir wünsche ich hier und jetzt jedenfalls ein frohes und gesundes neues Jahr!

  12. weilwirunslieben schreibt:

    Weil Deine Augen so voll Trauer sind,
    und Deine Stirn so schwer ist von Gedanken,
    lass mich Dich trösten, so wie man ein Kind
    in Schlaf einsingt, wenn letzte Sterne sanken.

    Die Sonne ruf ich an, das Meer, den Wind,
    Dir ihren hellsten Sonnentag zu schenken,
    den schönsten Traum auf Dich herabzusenken,
    weil Deine Nächte so voll Wolken sind.

    Und wenn Dein Mund ein neues Lied beginnt,
    dann will ich Meer und Wind und Sonne danken,
    weil Deine Augen so voll Trauer sind,
    und Deine Stirn so schwer ist von Gedanken.

    Mascha Kaléko

  13. arsfendi schreibt:

    Ich danke Euch für die Antworten.

    Michael, wie immer triffst Du genau meine Lieblingslyriker.

    Einmal sollte man seine Siebensachen
    Fortrollen aus diesen glatten Geleisen.
    Man müßte sich aus dem Staube machen
    Und früh am Morgen unbekannt verreisen.

    Man sollte nicht mehr pünktlich wie bisher
    Um acht Uhr zehn den Omnibus besteigen.
    Man müßte sich zu Baum und Gräsern neigen,
    Als ob das immer so gewesen wär.

    Man sollte sich nie mehr mit Konferenzen,
    Prozenten oder Aktenstaub befassen.
    Man müßte Konfession und Stand verlassen
    Und eines schönen Tags das Leben schwänzen.

    Es gibt beinahe überall Natur,
    – Man darf sich nur nicht sehr um sie bemühen –
    Und soviel Wiesen, die trotz Sonntagstour
    Auch werktags unbekümmert weiterblühen.

    Man trabt so traurig mit in diesem Trott.
    Die anderen aber finden, daß man müßte…
    Es ist fast so, als stünd man beim lieben Gott
    Allein auf der schwarzen Liste.

    Man zog einst ein Lebenslos „zweiter Wahl“.
    Die Weckeruhr rasselt. Der Plan wird verschoben.
    Behutsam verpackt man sein kleines Ideal.
    – Einmal aber sollte man…

  14. arsfendi schreibt:

    Hi Georg,

    schön Dich hier auf dem Blog begrüßen zu dürfen.

    Ich denke, Du hast schon recht mit dem was Du schreibst, obwohl ich immer eine große Gegnerin überhaupt jeglicher Erwartungen bin.
    Aber wahrscheinlich ist ein Leben ohne Erwartungshaltung gar nicht möglich.

    Ich hab immer versucht Erwartungen nur auf mich selbst auszurichten, denn Erwartungen anderen gehen dann irgendwann mit Forderungen einher.
    Und kennen wir das nicht von uns selbst, auf Forderungen reagiere ich z.B. allergisch.
    Aber ist das nicht normal?

    Liebe Grüße Sabine

  15. nedganzbachert schreibt:

    @georg: Du hast absolut Recht. Ich würde sogar so weit gehen, zu behaupten, dass es nie das ist, was der andere sagt, sondern immer die Bedeutung, die wir hinein interpretieren – mehr oder weniger gut.
    Er sagt „Ja!“, sie glaubt ihm nicht. Und schon ist sie sicher, einen Unterton herausgehört zu haben, ein besonderes, kaltes Blitzen in den Augen, oder ein unsicheres Zucken um die Mundwinkel gesehen zu haben.
    Welchen Grund hat es, wenn der andere einen scharfen Ton anschlägt?
    Ärgert er sich wirklich über seinen Gegenüber oder hatte er einen schweren Tag? Fühlt er sich unsicher und beißt nur um sich, wie ein verletztes Tier? Oder ist das vielleicht seine normale Stimme?
    Es heißt nicht umsonst: Ich ärgere mich über etwas.

    Eine Frau sagte einmal zu mir: „Ich bestimme immer noch selbst, von wem ich mich ärgern lasse!“

  16. arsfendi schreibt:

    Guten Morgen Herr Nedganzbachert,

    sicherlich hast Du absolut recht mit dem was Du sagst.

    Für mich entstehen aber viele Verletzungen insbesondere aus Gedankenlosigkeit und damit auch aus Egoismus.
    Und genau diese meinte ich.
    Mir persönlich sagt man immer nach, ich sei z.B. kompliziert, weil ich mir zuviele Gedanken mache und auch hinterfrage.
    Dadurch kommen bei mir z.B. auch nicht so einfach verletzende Worte über die Lippen.

    Wenn ich bei dem Beispiel mit meiner Tochter bleibe, frage ich mich, warum denkt sie nicht vorher darüber nach, sondern handelt impulsiv dann in dem Moment nur sich selbst sehend?

  17. paradalis schreibt:

    „Wenn ich bei dem Beispiel mit meiner Tochter bleibe, frage ich mich, warum denkt sie nicht vorher darüber nach, sondern handelt impulsiv dann in dem Moment nur sich selbst sehend?“

    … das ist das Vorrecht der Jugend.
    🙂

    Oder anders ausgedrückt, íhnen fehlt die Weisheit des Alters. Wobei man ja selbst im Alter noch impulsiv reagiert, also ist das wohl auch alles eine Temperatmentsfrage.

    Viel schlimmer finde ich persönlich, wenn sich die Fronten verhärten.
    Andererseits ist es auch manchmal gut, eine Pause einzulegen. Das gibt wieder Luft zum atmen und legt den Schleier der Zeit darüber. Wobei man da wiederrum aufpassen sollte, dass die Zeit nicht alles frisst und man so an sie verliert. Schwierige Sache das. Aber ich bin sicher, inzwischen habt ihr euch wieder lieb. Als Mutter und Tochter kann man doch gar nicht anders.
    🙂

  18. arsfendi schreibt:

    Guten Morgen liebe Freundin,

    ja sicherlich hast Du recht, mit dem Vorrecht der Jugend. Nur bin ich es ja auch gerade von Kiki ganz anders gewohnt.
    Vielleicht war ich gerade deshalb ja auch so verletzt.
    Und das Gute ist ja auch wirklich, dass wir immer über alles reden, insbesondere auch dann, wenn wir erst einmal tief Luft geholt haben.

    Und lieb haben wir uns ja immer.
    🙂

  19. weilwirunslieben schreibt:

    @ngb:
    Ich finde, DU hast absolut Recht. Ebenso wie Georg. Der Psychotherapeut Michael Lukas Möller hat in seinem Buch „Die Wahrheit beginnt zu zweit“ die beiden folgenden Sätze geschrieben:

    „Ich mache mir aus meiner Kränkungsbereitschaft mit Deinen Worten eine Kränkung.“
    „Ich mache mir kraft meiner Bereitschaft, mit einem schlechten Gewissen zu reagieren, aus Deinem Vorwurf ein Schuldgefühl.“

    Diese habe ich weitgehend verinnerlicht, auch wenn es mir im Alltag leider nicht immer gelingt.

    Weil –

    @arsfendi:
    Ich finde, auch Du hast Recht und viele Verletzungen entstehen aus Gedanken- bzw. Rücksichtslosigkeit. Oder aus Egoismus. Auch ich habe schon oft zu hören bekommen, dass ich „kompliziert“ sei. Weil ich mir meine Gedanken mache, vieles reflektiere. Na gut, dann bin ich eben kompliziert. Das dann aber auch gerne, lieber als „einfach“. Weil es mich zumindest davor bewahrt, jemanden aus Gedankenlosigkeit weh zu tun. Und weil es mir dabei hilft, mich ab und zu mal neben mich zu stellen und die Sichtweise anderer Menschen anzunehmen. Es gibt für mich einen Wert, den ich gerade im Zusammenhang mit Menschen, die mir nahe stehen, für ganz wichtig halte. Empathie. Ich wünsche mir manchmal, dass es mehr davon gäbe.

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