Hinweis in eigener Sache

Interessanterweise hatten wir vergangene Tage eine Diskussion darüber, inwieweit der Leser eines Textes durch Kenntnisse über die Lebensumstände eines Autoren in seinem Leseverhalten beeinflußt wird.
Viele waren der Meinung, sie lesen nur ausschließlich die Texte ohne auch nur im geringsten den Autoren mit einfließen zu lassen.
Dem konnte und wollte ich mich nur indirekt anschließen.
Ich will das mal an einem Beispiel verdeutlichen:
Da schreibt Autor X eine rührselige kurze Geschichte über Tod, Trauer und Krankheiten innerhalb der Familie. Eigentlich würde mein Herz ja überlaufen vor Mitgefühl.
Was ist aber wenn der Leser z.B. weiß, dass der Autor ganz real jeden Kontakt zur Familie abgebrochen hat, seine Eltern abgeschoben im Heim leben und Geschwister nur auf dem Papier existieren?
Lese ich da die Geschichte anders?
Ich behaupte mal ja.
Und ich gehe sogar noch ein wenig weiter, wenn ich behaupte, dass sich solche Dinge in irgendeiner Form auch im Text widerspiegeln, wenn man ganz genau hinschaut.
Denn um beim Beispiel zu bleiben, hatte ich mich im Umkehrschluß gefragt, warum berührt mich diese Geschichte nicht. Für mich kam einfach nichts Mitfühlbares rüber. Zuviele Brüche hervorgerufen durch Wortwahl und Satzstellungen, was in dem Falle zwar das Authentische des Autoren unterstrich aber nicht die gewünschte Wirkung auslöste.

Und in eigener Sache möchte ich da auf den umgekehrten Fall eingehen.
Bezugnehmend auf den Inhalt meiner Texte muss ich an dieser Stelle betonen, dass es sich um reine Fiktionen handelt.
Es schmeichelt mir zwar, dass ich es mit meinen Texten vermag auch bei Themen wie Gewalt, Hass, Krankheit oder Mißbrauch etc. dem Leser authentisch zu erscheinen, aber ich kann versichern, dass gerade solche Texte meiner Phantasie entspringen und einzig meiner Empathie zuzuschreiben sind.
Oftmals benutze ich das lyrische Ich, aber ohne mich dahinter zu verstecken.
Ich bin ein glücklicher Mensch,lebe, liebe, habe eine phantastische Vergangenheit und alles was ich brauche.

Über arsfendi

Ich bin ein seltsames Mädchen... Meine wilden Träume, die ich bis zum Morgen während dem Vollmond hab, werd ich für immer für mich behalten.
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13 Antworten zu Hinweis in eigener Sache

  1. arsfendi schreibt:

    Klasse, meine Tempos waren gerade aus. Auf Dich ist eben Verlass.;)
    Lachtränen sind doch was Feines.

    Nein, so ein Schild hab ich nicht.
    Ganz im Gegenteil, es gibt Seiten, die stehen bei mir seit geraumer Zeit auf der Ignoreliste und das absolut konsequent.
    Real gebe ich mich mit Menschen ab, an denen mir etwas liegt. Warum sollte ich das virtuell anders machen?
    Dementsprechend handhabe ich es auch mit Dingen. Alles andere wäre vergeudete Energie und vertane Zeit.
    Deswegen frage ich mich, warum liest ein Mensch hier, wenn er doch alles so scheiße hier findet, meine Texte schlecht sind und ich sowieso?
    Nein, eine Antwort interessiert mich nicht wirklich.

  2. Michael schreibt:

    Ohne den Hintergrund der vorher gehenden Kommentare zu kennen, bin ich jetzt einfach erst Mal beruhigt. Der ein oder andere arsfendi-Text klang so dermaßen authentisch, dass ich mir schon ein wenig Sorgen machen wollte. Muss ich nun aber nicht mehr. Es lebe die Empathie…

  3. paradalis schreibt:

    Hallo liebe Freundin.

    Ich glaube ja, dass Diejenigen, die so fixiert jeden deiner Buchstaben verschlingen, obwohl sie doch so gar nichts davon halten, in einer Art Hassliebe zu dir gefangen sind.
    Mach dir nichts draus, mit solchen Personen muss man Mitleid haben, auch wenn es schwer fällt. Immer wieder zieht es sie zu dir zurück, sie können nicht ohne dich. Wahrscheinlich, weil mittlerweile ihr sonstiges Umfeld gar nicht mehr existent ist. Morgens ist der erste Gedanke:

    – was macht meine Liebste, du meine Hassgeliebte?

    Das geht den ganzen Tag so weiter. Sie könne nicht mehr essen, nicht mehr schlafen, nicht mehr denken, ja, es fällt ihnen sogar schwer zu atmen, wenn sie dich nicht in ihrer Nähe haben.
    Ach! Was für bedauernswerte Geschöpfe.

    Ignoriere sie einfach auch weiterhin.

    Liebe Umärmelung
    H.

  4. Wortman schreibt:

    tja, da muss ich mich allerdings auch mal als „falschleser“ outen 😦
    irgendwie hatte ich bei den letzten texten immer das gefgühl, da wird etwas aufgearbeitet.
    jetzt lese ich… alles nur fiktion… in dem sinne muss ich dir sagen: sehr gut. du hast es drauf, den leser auf eine völlig falsche fährte zu setzen. funktioniert aber eben auch nur, wenn man den autor nicht kennt 😉

  5. arsfendi schreibt:

    @Michael

    Nein nein bitte keine Beunruhigung mehr. Mir gehts wirklich bestens.
    Ich mache immer einen Unterschied dazwischen, ob ich bloge oder einen Text bzw. eine story schreibe.
    Aber wenn das beides authentisch rüberkommt, ist das ja schon einen Riesenkompliment.

  6. arsfendi schreibt:

    @Freundin

    Du meinst wirklich, dass es solche Geschöpfe gibt?
    Du meinst also ich sollte jetzt womöglich auch noch ein schlechtes Gewissen haben?
    Och nöööööö. Dafür hab ich echt keine Zeit. Mein LieblingsMensch wartet aufs Essen und auf meine Nähe. Das ist weitaus wichtiger.

    Umärmelung!
    S.

  7. arsfendi schreibt:

    Guten Abend Herr Wortman,

    sieh es mir aber bitte nach.;-)))
    Die falsche Fährte war und ist keine Absicht.
    Und eigentlich finde ich es richtig gut so wie es wirklich ist.;-)

  8. weilwirunslieben schreibt:

    @wortman:
    Danke für die solidarische Unterstützung!
    Ich bin zwar immerhin Frauennamen-Annehmer, aber wir beide wohl keine (restlosen) Frauenversteher. Ich glaube, die meisten Exemplare dieses Geschlechts sind einfach zu gerissen für uns gutmütige Kerle.

    @arsfendi:
    Zum Glück machen sie trotzdem manchmal kleine Fehler. Sehr sympathisch. „einen Riesenkompliment“ sagt der Ober-Lehrer in mir.

  9. arsfendi schreibt:

    @Michael

    Oh, ich verrate Dir etwas, ich bin auch real absolut nicht fehlerfrei.
    Aber ich find mich ok.;-)))

    Und in Bezug auf meine Texte muss ich gerade lachen.
    Frau Paradalis und ich hatten eben auch dieses Thema am Telefon.
    Sie war so lieb und hat mal ein paar „Fehler“ aufgezeigt.
    Ich glaube irgendwann wird man in Bezug auf seine Texte buchstabenblind.;-))))
    Ich bin für jeden Hinweis dankbar.;-)

  10. weilwirunslieben schreibt:

    So so, nicht ganz fehlerfrei. Ungemein beruhigend. Und sympathisch. 🙂

    Und jetzt weiß ich auch, warum ich immernoch nicht weiß, ob der kleine Buddha von Frau Paradalis gerade von kambodschanischen oder anderen asiatischen Krokodilen verspeist wird. Die Ärmste hat keine Zeit zum Kommentieren, weil sie stundenlang telefonieren muss!

  11. arsfendi schreibt:

    Zum Glück sind meine Texte ja nicht lang.
    Aber Frau Paradalis ist eben auch sehr kritisch.;-)
    Aber ich werde sie an die Krokodile erinnern.
    Versprochen.;-))

  12. Wortman schreibt:

    Natürliche sehe ich dir das nach Lady Arsfendi 🙂
    Sollte auch eher ein Kompliment an deine Schreibkunst sein und keine Kritik 🙂

    @wwul: Gerne doch. 🙂

  13. weilwirunslieben schreibt:

    @arsfendi:
    Nein, zum Glück sind die Texte nicht sehr lang, ich schaff es in der Regel, sie innerhalb einer viertel Stunde zu lesne, so wie etwa den aktuellsten.

    @wortman:
    Wenigstens nicht ganz allein unter Frauen. Wenigstens einer, der mich versteht.

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