Denkend

Ein klein wenig müde bin ich heute morgen. Eine sehr angenehme Müdigkeit.   Trotzdem schreit das Tagwerk nach Erledigung. Und ich denke und denke.  Denkend in eine neue Dimension. Einfach, wenn das Leben sonnig gedacht wird.

Der Mensch ist denkendes Wesen und zum Handeln berufen. Er kann lernen.

Diese Spruchweisheit könnte die Maxime für einen moralisch verantwortlich handelnden Menschen sein. „Gut“ ist die allgemeinste Form eines positiven Werturteils und Tun hier zu verstehen  als bedachtes und verantwortetes Handeln. Bedachtes verantwortliches Handeln setzt zum einen die Fähigkeiten zum Denken und Handeln voraus, wie auch das Moment der Freiheit des Handelnden, weil Verantwortung sonst nicht zugewiesen werden kann. Der freie Wille muss immer mitgedacht werden. Die Fähigkeit zu Denken ist die Voraussetzung für werten (urteilen), welches für sich wiederum die Basis für jegliche Form von gutem Tun bildet.

Die Maßstäbe nach dem gut bewertet wird, unterliegen der Maßgabe der denkenden und handelnden Gemeinschaft von Menschen. Sie sind das mehrfach reflektierte Einverständnis einer Lebensgemeinschaft zu wohl Bedachtem, welches sich zur allgemeinen Verbindlichkeit widerspruchsfrei generalisieren lässt.

Während das Nicht-Menschliche-Lebewesen über einen fast kompletten Satz gebrauchsfertiger, voraussagbarer Reaktionen auf Umweltreize verfügt, also über ein geschlossenes genetisches Programm, verfügt der Mensch über ein offenes genetisches Programm, welches es ihm ermöglicht, durch Verarbeitung von Informationen sein Verhalten und seine Handlungen an Umweltreize anzupassen. Bekanntlich heißt dieser Prozess Lernen.

Die Wiederkehr im Denken, Handeln, Lernen erfolgt an jeder der drei Stationen und endet nie. Sie ist dem menschlichen Leben immanent. Ohne die Wiederkehr im Denken, Handeln, Lernen gibt es kein menschliches Leben.

Am Anfang steht fremdbestimmtes Denken, welches hilft, den Menschenverstand zu entwickeln. Ist dieses Denken gesund, entwickelt sich der gesunde Menschenverstand als ein in der Praxis eines erfolgreichen Lebens bewährtes Denkorgan, welches das gesunde Überleben ermöglicht. Sein Denken ist reflektiert an den konkreten Erfahrungen des Alltags. Der Versuch durch eigenes Denken Probleme zu lösen, erfolgt sehr früh und hinterfragt diese naive Alltagswelt. Hier beginnt mit Staunen das philosophische Denken. Dem Nachdenken und Ausdenken folgt das Durchdenken und Bedenken. Aus einem diffusen Gefühlsdrang entwickelt sich die praktische Intelligenz (Vernunft) des Denkers. Fühlen, glauben, wissen sind die Stationen dieses Prozesses. Das gute Gefühl lässt den Fühlenden das Gute fühlen. Das gute Glauben überwindet die Grenzen der Vorstellungskraft die bisweilen am Denkbaren scheitert. Aus Denkbarem wird Vorstellbares und aus Vorstellbarem Behandelbares. Das Wissen erwächst aus der Kenntnis von Etwas oder über Etwas im Denken oder in der Erfahrung von Etwas und lässt den Prozess immer wieder von neuem beginnen. Der Denker schafft neues Wissen und neue Fragen. Er verschafft sich Kenntnisse über etwas, er lernt.

Ergeben die Kenntnisse im Zusammenwirken einen erkennbaren Sinn, werden sie als vernünftig wahrgenommen. Der verantwortlich Handelnde unterstellt sich der Kontrolle der Vernunft, die Scheingründe von guten Gründen trennt. Die Vernunft ist der Wahrheit verpflichtet, welche wiederum die Beziehung zur Wirklichkeit herstellt. Nichts wird zu Wissen wenn es sich nicht an der Wirklichkeit bewährt.

Bewährtes Wissen bildet die abgesicherte Grundlage für erfolgreiches Handeln, vernünftiges Denken bewirkt den langfristigen Handlungserfolg und das gute Gefühl bestätigt die Verträglichkeit und Vertretbarkeit des Getanen. Damit sind die Bedingungen der Möglichkeit für dauerhaft verantwortetes Handeln bestimmt. 

Vernünftiges Denken, wirklichkeitsbewährtes Wissen, ein freier Wille und das gute Gefühl.

 

Über arsfendi

Ich bin ein seltsames Mädchen... Meine wilden Träume, die ich bis zum Morgen während dem Vollmond hab, werd ich für immer für mich behalten.
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Eine Antwort zu Denkend

  1. bruni kantz schreibt:

    Denkend ist er nicht von Geburt an, der kleine Mensch. Angelegt ist die Form. Denkvermögen entwickelt sich, viele,viele Faktoren müssen hier mitwirken. Menschlein muß unentwegt aufnehmen, erahnen, erkennen, erfahren u.reagieren, Tun.
    Ohne Lehrer, gute, verantwortungsbewußte, wirklich gescheite, die auch Mut und Humor weitergeben, entwickelt sich zu wenig. Die Form wird dann zwar gefüllt, aber die Feinheiten fehlen, das Fingerspitzengefühl für die gedachten Gedanken und ohne diese werden die angelegten Wege verkümmern, bzw. sie weiten sich nicht, sie bleiben eng und in Enge fehlt der Raum zur wirklichen Freiheit der Gedanken. Lehrer ist alles, Eltern, Umwelt, Gerüche, Geschmack, Schreie und Friede. Nach einigen jahren erst kommen die Lehrer in der Schule dazu, vorher war zwar Lebensschule angesagt und Menschlein kommt schon gut gefüllt in der Schule an, aber wehe, da wird Borniertheit geplegt, nur Wissen vermittelt, Gefühle und Liebe bleiben auf der Strecke, dann wird lebenslang Wichtiges fehlen.
    Das Zwischenmenschliche im Denken wird fehlen, auch das Umgehen mit Gefühlen muß gelernt werden. Ein nur mit großem Wissen gefüllter Kopf weiß nichtunbedingt immer, wie er mit sich selbst und dem Nächsten umgehen sollte.

    Zum MenschSein gehört neben dem DenkenKönnen unbedingt auch das FühlenKönnen.

    Einen tollen anspruchsvollen Text hast Du geschrieben, der mich zum Denken angeregt hat.

    LG von Bruni

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