Wie geht’s?

Wie geht’s?

Danke mir geht’s gut.
Oder sollte ich eher sagen bestens?

Der Kaffee war auch schon wieder fertig, als ich ins Büro kam. So lässt sich der Tag gut angehen.
Dem Usus geschuldet sitzen wir dann auch noch ein wenig zusammen, um über Gott und die Welt fast philosophisch zu plaudern um dann Koffeingestärkt dem Tag seinen Lauf zu lassen.
Meine Morgenmuffeligkeit habe ich mir hier schon lange abgewöhnt, bei dem Humor und auch Direktheit der Kollegen fällt das auch nicht weiter schwer.
Gerade heute Morgen hat sich mir mal wieder als Quintessenz gezeigt, wir sind schon ein tolles Team. Es herrscht zwar der etwas rauere Hüttenton, laut aber herzlich, aber ein offenes Ohr ist untereinander immer da und Erfahrungen sind dazu da, sie auch an andere als wohlgemeinten Ratschlag weiterzugeben.
Leider gehöre ich ja zu den Menschen, die sich sehr schwer tun Hilfe anzunehmen. Ok, das hat natürlich auch etwas mit meiner Arroganz zu tun, alles auch irgendwie alleine zu schaffen, auch wenn ich mir insgeheim natürlich auch oftmals Grenzen eingestehen muss.
Egal, Zähne zusammenbeißen und durch. Mit dem richtigen Biss klappt das auch.
Natürlich trägt auch mein Stolz sehr viel dazu bei.
Ein Kollege sagte heute, dass man sich gerade mit diesem falschen Stolz das Leben nur selbst sehr schwer macht. Man vergibt sich nichts, wenn man sich eingesteht, dass Grenzen erreicht sind, wo man mit fremder Hilfe eher, besser und Kräftesparender weiterkommt.
Nur gar nicht so einfach über seinen eigenen Schatten zu springen.
Ich erinnere mich noch an den letzten Umzug zum Beispiel. Es war ein Wahnsinn, was die Kinder und ich geschleppt haben. Wahrscheinlich würde ich heute noch Kisten nach oben tragen, wenn nicht andere einfach so mir die Sache aus der Hand genommen hätten.
Wobei es nicht so ist, dass ich auf einem hohen Ross sitze und meine selbst alles besser machen zu können.
Ob es wohl verkehrt ist, wenn man sich dann irgendwie in der Schuld stehen sieht? Oder ist das einfach nur ein hausgemachtes Problem meinerseits?

Über arsfendi

Ich bin ein seltsames Mädchen... Meine wilden Träume, die ich bis zum Morgen während dem Vollmond hab, werd ich für immer für mich behalten.
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4 Antworten zu Wie geht’s?

  1. paradalis schreibt:

    Meine liebe Freundin.
    🙂

    Ich mag die Frage: „Wie gehts?“ gar nicht so. Wer antwortet da schon ehrlich? Doch nur diejenigen, die ihr Herz auf der Zunge tragen.
    Für mich ist das eine Floskel- die natürlich ihre absolute Berechtigung hat, wenn dann so ein gut gelaunter Text daraus entsteht!
    🙂

    Als Floskel an sich, benutzt, um ein Gespräch zu beginnen, mag ich sie gar nicht. Denn selbst, wenn man das Herz auf der Zunge tragen und beginnen würde, wie es einem geht, ist es doch in den seltensten Fällen so, dass der Fragende überhaupt eine Antwort hören möchte, bzw. noch zuhört.

    Unter Freunden ist das natürlich anders, liebe Sabine.
    Also:
    „Wie geht es dir?“

    🙂

    Umärmelung!!

  2. Wortman schreibt:

    Man vergibt sich nichts, wenn man sich eingesteht, dass Grenzen erreicht sind, wo man mit fremder Hilfe eher, besser und Kräftesparender weiterkommt.
    Welch gute Einsicht von deinem Kollegen. Dummerweise scheinen aber viele genau diesen Grundsatz als „weicheimäßiges“ abzutun.
    Es bricht keine Zacke ab, wenn man Hilfe annimmt!

    Was du meinst mit „in der Schuld stehen“… das kann ich so nicht stehen lassen. Wenn ich um Hilfe bitte, dann ist es selbstverständlich, dass ich irgendwann auch zur hilfe eile, weil ich ja eine gewisse „Unterstützungsschuld“ zu begleichen habe, auch wenn ich das Wort „Schuld“ dabei nicht mag.
    Wenn aber jemand freiwillig seine Hilfe anbietet, steh ich in keiner Schuld. Dann muss ich entscheiden, ist X oder Y mir so viel wert, dass ich mich freiwillig melde oder bleib ich still und hoffe, ich werde übersehen…

  3. arsfendi schreibt:

    Guten Morgen Wortman,

    Ich weiß, dieses „um Hilfe bitten“ war immer schon eins meiner Mankos.
    Dabei denke ich nicht so sehr an „Weichei“, sondern ich habe ein Problem damit, dass andere sich „eingefordert“ fühlen könnten.
    Natürlich hast Du recht, dass man selbst ja auch im umgekehrten fall hilfreich zur Stelle stehen würde.

    Dagegen habe ich aber auch schon im beruflichen Bereich erlebt, dass manch einer aus Bequemlichkeit eben genau diese Hilfsbereitschaft sehr gut auszunutzen weiß.
    Dieses „Abwälzen“ von Arbeit liegt mir nun rein gar nicht und da ist dann für mich auch eine Grenze erreicht.

    Bei dieser freiwilligen Hilfe stimme ich Dir zu. Meistens geschieht das ja auch mit dem Wissen, dass man auch jederzeit für den anderen da ist.

    Liebe Grüße an Euch und einen schönen und sonnigen Sonntag!

  4. Wortman schreibt:

    Guten Morgen Mylady.

    Das „Abwälzen“ von Arbeit kenne ich auch… da hilft nur rigoroses Ablehnen 😉
    Andere machen sich nen schönen Tag und unsereins soll dann ackern…

    Ich denke, wer helfen will und mag, wird sich auch nicht eingefordert fühlen. Es gibt eben situationen, da ist Hilfe von außen von Nöten und bevor man sich kaputt macht, sollte man doch um Hilfe bitten. Eine Bitte ist ja auch keine Forderung in Form von „du musst…“.

    Dir/euch auch einen herrlichen Sonntag.

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