KalAuer

Dieser unbekannte Kosmos mit all seinen unerforschten Weiten und Tiefen, zeigte sich mal wieder unheimelig von seiner unfragmentiertesten Seite.
Im Orbit der unbekannten Variablen, mutierte sogar die Realsatire zum Kalauer, insbesondere zeugend von einem Dissens der mentalen Unwissenheit und Unfähigkeit zur reellen Hilflosigkeit angesichts fehlender Kreativität und einem Leck im Informationsfluss.
Die Bewohner auf Alpha Redtaurus, einem der Sonne recht nahem Planeten, waren allesamt im Laufe der Evolution von recht großfüßigem Wuchs. Da bekanntermaßen 3 Ohren besser hören als zwei, leistete die Natur hier ihren Obolus und einen Schnabel mit messerscharfen Zähnen gleich noch mit.
Ganz anders als im herkömmlichen Sinne der natürlichen Vorgaben, zählte hier das weibliche X-Chromosom im Gegensatz zum männlichen Y nicht zu den größeren der Gattung.
Auch stand die Wissenschaft hier vor einem Rätsel, da der Nervenstrang, der beide Hirnhälften miteinander verbindet (Corpus callosum), bei den weiblichen Redtaurianerinnen viel weniger Nervenbahnen enthielt als ursprünglich bewiesen. Demnach konnten diese Frauen ihr Gehirn viel weniger effektiv nutzen als der Alphamann, und sie benutzten weniger als Männer beide Gehirnhälften. Aber das fiel auch gar nicht weiter auf, denn das Denken auf diesem Planeten war eh verboten.
Als Balsam für die Frauenseele konnten dagegen 54 % der Frauen mit zwei ihrer drei Ohren wackeln, wogegen dieses Phänomen nur 23 % der Y-Chromosomen-Träger beherrschten.
Frau Schwarzer hätte ihre wahre Freude daran gehabt.
Kalt war es aber auf Alpha Redtaurus. Zum Teil beherrschten große Eislandschaften das Bild. Diese Flächen waren zwar nur dünn besiedelt, und dann auch nur von Mutigen, die ihren Arsch auf Grundeis legen wollten.
Der Rest war eher Sumpf und karge Moorlandschaft, wo man aber formidabel im Trüben fischen konnte.
Überhaupt war der Fisch die Lieblingsspeise der Redtaurianer, vor allem wenn er bißfest schon zu den Ohren raushing.
Der Regent von Redtaurus hörte auf den klangvollen Namen Horst, seines Zeichens eigener Gnaden Human-Operating-Resource-Seducer-Terminal.
Eigentlich war Horst ja weiblich und hatte eine Aversion kontra pathologischem Usus von Synonymen, was sie geschickt zu verbergen wußte.
Ihre Untertanen klebten förmlich an ihren Lippen um dann kopfüber im schleimigen Sekret zu baden. Dabei merkten sie nicht, dass Horst nur billige Taschenspielertricks beherrschte, und stets nur den Schwarzen Peter als Trumpf im Ärmel hatte. Peter dankte es ihr dann auf seine Weise mit ein paar Lobeshymnen, die der Ironie nicht entbehrten.
Das Problem war, dass niemand Horst sagte, er selbst auch nicht auf die Idee kam, dass es endlich mal Zeit wurde, auch die letzten Winkel des eigenen Orbits mal zu defragmentieren, damit der Neuformatierung genüge geleistet werden kann.
Und somit schwebt der Kalauer auch weiterhin durch die Zeit, ohne dass der Zahn daran etwas zu ändern vermag.

[beam me down]

redtaurus

Über arsfendi

Ich bin ein seltsames Mädchen... Meine wilden Träume, die ich bis zum Morgen während dem Vollmond hab, werd ich für immer für mich behalten.
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4 Antworten zu KalAuer

  1. Stephan schreibt:

    Gib mir bitte schnellstens die Adresse dieses Planeten, damit ich den möglichst großräumig umschiffen kann.
    Ich würde aber dazu raten ggf. eine neue Festplatte zu konfigurieren.

  2. Kienzle schreibt:

    Kompliment. Du kannst ja auch richtig wortwitzig schreiben.
    Über diesen Planeten kann man bestimmt noch mehr schreiben.Das ist richtig gut gekalauert.
    Die Passage mit dem schwarzen Peter als As im Ärmel ist Dir so richtig gelungen.

    Ich kann auch anders als meckern.

  3. paradalis schreibt:

    Was für ein süßes Bild! Ich bin begeistert!
    🙂

  4. arsfendi schreibt:

    *lach.

    Da hab ich schließlich meine ganzen künstlerischen Fähigkeiten reingelegt. Und bin richtig stolz darauf. *g

    Und alles bestens?

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