Ewig weht der Wahn des Gestrigen

 

Du glaubst meine Geschichte zu kennen? Meine Geschichte mit all den Wahrheiten meiner Gedanken?
Hier? Auf diesem hellen Grund mit noch hellerer eindringlicher Schrift?
Nichts Fiktives, dafür aber aus dem Dunkel der Untiefen preisgegeben, wenn auch nur der Lächerlichkeit anheim gegeben?
Du meinst wirklich, dass ich verrückt bin und mir das Einzige damit nehmen würde, was mir heilig ist?
Wie blöde aber auch. Oder anders ausgedrückt, wie anmaßend dämlich.
Erinnerst du dich, dass ich liebend gerne über den Narren lache, den ich oft genug selbst mime?
Weißt du auch noch, dass ich hin und wieder über Gefühle in dieser oder jener Variante schreibe? Mal als Humoreske, Satire oder auch Drama an sich, dann wieder als Komödie oder Melodram. Manchmal melancholisch und voller Pathos und dann wieder selten komisch, dass ich mir ein Grinsen nicht verkneifen kann. Immer wissend, dass nicht einmal ich selbst weiß, wer dabei wer ist. In meinen Buchstaben würde ich mich selbst noch nicht einmal finden, geschweige denn einen anderen.

Psssst, komm mal ein wenig näher, was ich dir jetzt verrate, ist natürlich mehr als geheim.
Praktisch ein Geheimnis meines zweiten Ichs entsprungen, genau dort wo der Venushügel dem Sonnenlicht entgegen blinzelt, die Lava schmilzt und Eisberge Tango tanzen, manchmal auch die Wölfe heulen oder auch der Mond Trauer trägt.
Da sind schon ein paar Jahre, die ich auf meinem heute nicht mehr so belastbaren Buckel habe.
Es sind Jahre voll des Erlebens, mal gut mal schlecht. Es ging mal auf und ab und auch mal in gefährlicher Seitenlage. Aber den Kopf stets oben, genau dort wo Kühle dem Ersteren stets gute Haltungsnoten verspricht. Meine Hände habe ich nie in Unschuld gewaschen und auch mal Fehler zugegeben. Schönes habe ich genossen, egal was davon blieb.
Hinterhältig war ich nie, und selbst bei dem Schlag ins Gesicht, habe ich meine Hand in der Tasche gelassen.
Ich hab vieles vergessen, und es gefiel mir, wenn etwas im Nichts auflösend, mit einem Fußtritt befördert in den unendlichen Weiten entschwindet.
Glaub mir, es hat Spaß gemacht, noch hinterher zu winken.
Und damit komme ich zum Wesentlichen. Ich hab ja nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich nicht kochen kann. Aber ich habe nie jemandem verraten, dass es mir mit dem Stricken genauso geht. Ich kann noch so meine Finger verrenken, die Maschen wollen einfach nicht gelingen.

Das mag sich jetzt vielleicht etwas theatralisch lesen, aber ich habe wenigstens gelernt die Stricknadel in meinem Sinne für Luftnummern zu nutzen.
Und bevor du jetzt geschickt und grinsend konterst, dass es mit meiner Schreiberei auch nicht weit her ist, ziehe ich erst einmal an meiner Zigarette und blase gelangweilt den Rauch ins Nichts.
Autsch, sollte mein Selbstwertgefühl jetzt etwas in bodenlose Tiefen fallen?
Dorthin etwa wo andere sich in meinen Buchstaben suchen und zu finden glauben?
Och Mensch das muss jetzt alles sehr enttäuschend auch für dich sein, wenn du erfährst, dass ich zwar liebend gerne auch mal extra für dich etwas schreiben würde,was mir aber leider nicht möglich sein wird, weil jegliche Phrasen bereits ausverkauft sind.
Natürlich könnte es auch ein Märchen sein, aber bei diesen Happyends der ewig Gestrigen überschlagen sich die Steine in meinem Magen und mir wird übel.
Also lasse  ich es dann doch lieber bleiben und nehm mir stattdessen ein Aspirin.
Ich hoffe du ziehst jetzt nicht beleidigt eine Flunsch und stampfst trotzig mit den Füßchen auf.
Zur Not könnte ich mich zur Büttenrede breitschlagen lassen, um dann unter den Klängen des Narhallamarsches dem Radius des Dumpfsinnorbits zu entfliehen.

Über arsfendi

Ich bin ein seltsames Mädchen... Meine wilden Träume, die ich bis zum Morgen während dem Vollmond hab, werd ich für immer für mich behalten.
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