verdammt flüchtig

Manchmal ist es gut zu wissen, dass heute morgen schon gestern sein wird.
An Tagen wie diesen spürt man die Geier wartend über sich kreisen, erwartungsvoll der fetten Beute lauernd, um sich an dieser gut zu tun.
Nur bin ich kein guter Lügner im Hinterhalt, auch kein süßes Gift und fordere niemanden heraus. Heute war es nur mal wieder eine kleine Schwäche, die ich mir morgen schon wieder selbst verziehen habe, auch nur kurz daran gedacht um mich still dann lieber auf die Finger zu setzen im Anbetracht des wahnsinns der eigenen Paranoia. Das Verlangen wird dieser geschuldet bleiben.
Sei still, zeig keine Schwäche, bleib hart dir selbst gegenüber und unfassbar. So wird auch das bald wieder verdaut sein, wenn man erst einmal das Denkmal umstößt und vergessen hat, was man eigentlich vergessen wollte.
Morgen ist alles anders oder auch nicht.

Über arsfendi

Ich bin ein seltsames Mädchen... Meine wilden Träume, die ich bis zum Morgen während dem Vollmond hab, werd ich für immer für mich behalten.
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5 Antworten zu verdammt flüchtig

  1. Wortman schreibt:

    Auch die Geier sind irgendwann mal satt 😉

    Ist es schwer, wenn man ein Denkmal umstürzt um dann die Tat zu vergessen?
    Es ist schwer! Das zerstörte Denkmal wird dir immer vor Augen stehen und das Vergessen wird sich in kleinen Stücken immer wieder in Erinnerung bringen…
    Ich kenn das…

  2. arsfendi schreibt:

    Guten Morgen lieber Wortman,

    vielleicht gelingt es, wenn die Geier endlich satt sind?;-)))

    Für mich stellt sich eher die Frage, wie man ein Denkmal erst einmal selbst zerstören kann.
    Glorifiziert man nicht im Nachhinein eher, als dass man etwas vergißt?

  3. Wortman schreibt:

    Wunderbaren guten Morgen Mylady 🙂

    Glorifizieren im Stile von „früher war es besser/schöner“? Mag sein, dass einige das tun, ich lass davon die Finger. Es vernebelt die Sicht und der klare, womöglich genauere Blick nach vorne wird dann getrübt.

    Wie man ein Denkmal zerstört? Nun, indem man sich die Dinge vor Augen führt, die Schmerzen an Leib und Seele verursachen. Da zerbröckelt ein Denkmal oftmals schneller als man gucken kann.

    Meine Eltern waren immer wie ein Denkmal. Die perfekte Familie rundum… bis zum dem Tag, als ich feststellte, mein Vater war fremd gegangen und das Ergebnis stand 28jährig vor meiner Haustür… um dann weiter festzustellen, deine Mutter wusste es von Anfang an.
    Dazu kamen noch Sache X und Y (die ich nicht näher ausführen möchte) und das Denkmal ist in Sekundenbruchteilen in sich zusammen gebrochen.
    Altes zu glorifizieren würde bedeuten, Tatsachen außer Acht zu lassen. Das ist nicht meine Art.

  4. arsfendi schreibt:

    Genau in dem Sinne meine ich es.

    Natürlich hast Du recht, gerade dieses Glorifizieren ist ja schon ein getrübter Blick.
    Früher habe ich, glaube ich, mir immer eingeredet, dass es die Dinge leichter macht, indem man das „Schlechte“ einfach vergißt und sich nur an das Schöne erinnert.
    Heute weiß ich, dass es verkehrt ist. Man muss sich an alles erinnern, um endgültig abzuschließen und mit ungetrübtem Blick nach vorne schauen. Nur so kann man das Denkmal in tausend Einzelteile zerfallen lassen, damit es endlich zu dem wird, was es wirklich ist.

  5. Wortman schreibt:

    Das ist leider der große Fehler: Man erinnert sich lieber an das Schöne als an die Dinge, die einen nicht passten etc.
    An alles sollte man denken. Da hast du vollkommen recht. Nur so ist man in der Lage, irgendwann auch tatsächlich mit einer Situation, einer Zeitspanne abzuschließen.
    „..damit es das wird, was es wirklich ist“ – hast du wunderbar formuliert.

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