Genugtuung

Gestern hatten Heike und ich eine interessante Diskussion zum Thema Genugtuung.
Gerade bei so unterschiedlichen Menschen, wie wir beide es sind, können sich völlig neue Sichtweisen auftun, die dann auch noch lehr- und hilfreich sind.
Da ich ja eher ein Mensch bin, der intuitiv nach dem Gefühl geht, der Kopf aber dann doch so manchen Kampf mit dem bauch ausficht, läuft nach solchen Diskussionen der Gedankenstrom erst einmal auf Hochtouren.
Ich denke schon, dass es ein Vorteil ist, wenn man, so wie Heike, die Dinge zwar sachlich betrachtet, aber wesentlich lockerer angeht, eben auch weil man Vieles gar nicht erst an sich heran lässt.
Als introvertierter Mensch läuft man oft der Gefahr, dass man in sich hineinfrisst, jenes, was einem dann schwer im Magen liegt, aber eventuell andere verletzen könnte oder wo man meint, es geht einen nichts an.
Natürlich wäre es hier das einfachste, wenn man es gar nicht an sich heran läßt oder einfach abschüttelt.
Gut ist ersteres auf Dauer natürlich nicht, da es oftmals wider das eigene Empfinden ist und irgendwann etwas im Körper streikt, weil sich innerlich ein enormer Druck aufbaut.
Gestern in der Diskussion kam die Frage auf, ob alleine schon das Wissen um etwas, eine Form der Genugtuung sein kann, dass sich dieser innerliche Druck gar nicht erst aufbaut.
Oder liegt es in manchem Naturell, dass man einfach auch fürs eigene Ego dieses Wissen rauslassen muss, vielleicht auch um z.B. das eigene Gesicht zu wahren?
Natürlich hängt es auch viel damit zusammen, wie sehr man eventuell gereizt wird, bzw. wie alle Beteiligten mit den Dingen umgehen, die es betrifft.
Meiner Tochter habe ich letztens noch gesagt, als sie ein Problem mit einem Freund hatte, lass ihn reden. Hauptsache du weißt, wie die Dinge in Wahrheit sind.
Ich glaube so recht zufrieden war sie mit meinem Ratschlag nicht. Aber ich weiß, dass sie viel von meiner Arroganz mitbekommen hat und ihr Wissen einfach nach außen tragen muss um zum einen Dampf abzulassen und zum anderen, eine Form der Genugtuung fürs eigene Ego haben muss.
Da spielt es dann auch keine Rolle, ob die Wahrheit jemanden verletzt oder eben nicht angenehm ist.Ein wesentlicher Faktor ist auch, dass man Offensichtliches offenbaren will, vor allem dann, wenn versucht wird, etwas ins Lächerliche zu ziehen, oder man mit Lügen konfrontiert wird.

Sicher bin ich mir aber immer noch nicht, ob es wirklich reicht, sich einfach nur im stillen Kämmerlein einen zu grinsen, oder ob nicht doch sich wieder etwas anstaut, was irgendwann einfach zur Explosion führen muss.

Über arsfendi

Ich bin ein seltsames Mädchen... Meine wilden Träume, die ich bis zum Morgen während dem Vollmond hab, werd ich für immer für mich behalten.
Dieser Beitrag wurde unter 1, Ego, Genugtuung, Grinsen, Wissen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Genugtuung

  1. Babbeldieübermama schreibt:

    Man sollte natürlich die Dinge immer sachlich betrachten und dann agieren ,aber wer kann das schon immer?Ich gehöre leider auch zu denjenigen,die oft erst reagieren und dann denken. Manchmal ist es halt genugtuend wenn man etwas für sich behält und manchmal wenn man sein Wissen,Können usw. zum Besten gibt,meist ist man erst hinterher schlauer.

  2. arsfendi schreibt:

    Schön Dich hier zu lesen.

    Ja, mit der Sachlichkeit ist es so eine Sache. Meist fehlt mir dann auch die Geduld dazu. Und der Bauch treibt mir dann manchmal zu Dingen, die ich hinterher dann vielleicht doch bereuen könnte.
    Aber wie ich schon schrieb, es hängt auch viel von meinem Gegenüber ab. Ich werde ungerne gereizt und wenn dann was in mir explodiert, dann reicht mir die Genugtuung nicht im stillen Kämmerlein, dann muss das dann auch raus.
    Ich finde es schwierig, da eine Patentlösung zu finden.

    Liebe Grüße an Dich.

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