Leben

Du nennst es Pathos ich nenne es Leben.[Thees Uhlmann ]
es gibt den einen Moment in dem man erkennt, dass einem etwas ganz besonders ein ganzes Leben begleiten wird. Weil die Bedeutung einem die Erkenntnis gibt.

Im Jetzt war es Leben. Leben im Glück mit aller Bedeutungsbehaftung. Punkt.
Rückblickend, ja rückblickend war es ein Leben. Manches war schon lange der Vergessenheit anheim gegeben, einfach weil es nicht wichtig war.
Und es war immer noch genug an was man sich erinnern konnte. Im Grunde genommen aber gab es eine ganz einfache Einteilung.
Denn es gab einen Tag X.
Alles was vor diesem Tag an Jahren ins Land ging, Tag für Tag, Stunde für Stunde, konnte als Dasein bezeichnet werden. Ein Dasein, ohne den Stempel des Besonderen, einfach weil das Herz schlug und man atmete. Ein dem Herzschlag und Atem geschuldete Dasein.
Der Flugkapitän einer Boing 707 würde es mit „ruhig ohne besondere Vorkommnisse“ betiteln und so an die Bodenstation weitergeben.
Ruhe war gut und mit dem „ohne besondere Vorkommnisse“ konnte man sich arrangieren, vor allem dann wenn man es nicht anders oder besser kennt.
Ohne besondere Vorkommnisse und einatmen und ausatmen, im gleichen Takt wie das Herz seinen Rhythmus vorgibt.
Die Zeit rinnt von ganz alleine an einem vorbei und es findet sich keinerlei Bedeutungsgebung, außer man gibt dem Dasein mit einem eigenen Ziel einen Sinn.
Kinder sind etwas Schönes im Dasein und die Bestätigung im Job hat auch ihren Wert. Wenn man es nicht anders kennt.
Zwischendurch begegnet man Menschen, deren Gesichter man schon im Weggehen wieder vergessen hat.
Zwischendurch hält man mal für einen kurzen Moment in einer Begegnung inne, nur um zu schauen, ob es auch noch etwas anderes gibt als das eigene Weggehen mit dem eigenen Vergessen.
Und wenn man dann irgendwann sich selbst fragt, an was soll ich mich erinnern, wo doch eh nichts da ist, geht man weiter, höchstens noch ein wenig schneller.
Weil die Zeit bleibt nicht stehen, und man atmet ein und aus im vollkommenen Automatismus.
Aber es hätte ja sein können, dass mal etwas Erinnerungswürdiges passiert, was man tief in sich abspeichert und lächeln kann, wenn man daran denkt.
Wenn es aber nichts zu erinnern gab, war das auch nicht weiter schlimm. Bedeutung konnte man sich selbst geben und Kinder sind etwas Schönes und der Job gab auch viel her.
Probleme konnte man selbst lösen und hin und wieder gab es auch mal was zum Lachen oder ein Gespräch oder der Versuch in einer Begegnung etwas zu finden.

Und dann kommt der Tag X und alles ändert sich. LEBEN.
Da ist ein Mensch, der dich anlächelt und tief dein Innerstes berührt.
Plötzlich dreht sich jeder Gedanke um ihn und statt Blut fließt plötzlich glühende Lava durch deinen Körper.
Plötzlich wird alles wichtig und jedes Gefühl ist eine Besonderheit und die Bedeutung wächst ins Unermessliche.
Plötzlich lebst du und er ist dein Atem und dein Herz mit seinem Gesicht eingraviert schlägt im gleichen Takt wie seins.
Im Jetzt ist es Leben und das Jetzt ist jede Erinnerung wert.
Jeder Tag jede Stunde und Minute. Alles hat seine Bedeutung und man geht nicht durchs Leben sondern schwebt.
Am liebsten möchte man die Zeit anhalten. Von diesem Tag X an.

Über arsfendi

Ich bin ein seltsames Mädchen... Meine wilden Träume, die ich bis zum Morgen während dem Vollmond hab, werd ich für immer für mich behalten.
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Eine Antwort zu Leben

  1. weebee schreibt:

    *atmet* und manchmal sitzt man daheim und der Mensch von Tag X scheint weit entfernt und beim surfen durch die Weiten des Netzes treffe ich auf deinen post – Danke dafür, well done!
    glg weebee

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