Es ist anstrengend

10 Wochen ist es jetzt her. Der Rücken fordert sein Tribut und weitere Schrauben, Platten und ein paar Spreizer, die ihn aufrecht halten.

Spondylodese heißt das Zauberwort, aber zaubern kann es nicht. 7 Wirbel sind jetzt mittlerweile miteinander fest verbunden und damit versteift. Aber es gibt ja noch ein paar mehr oder weniger und darauf kommt’s nun auch nicht an.

Der Arzt ist gut, kam extra auch am Wochenende in die Klinik, erklärte die Schmerzen und impfte Zuversicht ein. Balsam für die Seele und vor allem Vertrauen.
Das Zimmer in der Hattinger Klinik war schön, nicht so steril weiß, dafür warm und nur für mich.
Meine Lieben nahmen jeden Weg in Kauf und waren immer da. Das machte es erträglich und wischte jeden traurigen Gedanken hinfort.

OP gelungen und jetzt bin ich dran und wie ich das bin. Der Wille ist da, jedes Ziel fest gesteckt, Zähne zusammenbeißen, Augen zu und durch.
Was sind schon Grenzen und das Leben ist doch viel zu kurz.
Geduld? Nein die hab ich nicht, Verzweiflung will ich nicht und klein beigeben oder gar resignieren erst recht nicht.
Nach der OP hieß es 8 Wochen liegen. Mehr oder weniger. Der Weg ins Bad war weit aber machbar und im Wasser ist es noch erträglicher, fast himmlisch entspannt.
Und wieder liegen.
Nach endlosen Tagen die ersten Sonnenstrahlen und ich darunter von Alex gestützt.
Wie dankbar man doch für einen Spaziergang im Frühling sein kann.
Und ich freu mich auf Berlin. Bald oder demnächst, aber es ist ein Ziel. So wie vorher, leben in der Normalität.

Schritt für Schritt wieder leben. Anstrengung ist gut, da weiß man, dass man lebt.
Alex macht alles und die Kinder so viel. Nicht gerade mein Ding aber mein Kopf muss auch was tun.
Vielleicht doch Grenzen akzeptieren und es so nehmen wie es ist.
Meine Ziele können momentan nicht so hoch gesteckt werden, denn das Leben geht langsamer als vorher. Und warum auch nicht.
Die OP war ja nur die Basis. Jetzt heißt es auf dieses Fundament aufzubauen, ich ganz alleine und die Menschen, die mir nah sind.
Bis zur Arbeit habe ich es jetzt geschafft. Stundenweise wenigstens aber das ist schon ein Erfolg.
Und ich sage brav danke für jede Hilfestellung und lerne gerade „bitte“ wenn die Grenzen es verlangen. Es ist alles anders als vorher und noch will mein Kopf nicht so wie es der Rücken verlangt.
Aber auch das bekomme ich noch in den Griff, vielleicht nicht heute aber morgen ganz bestimmt.

Es ist anstrengend, aber leicht wäre zu einfach. Bild.

Über arsfendi

Ich bin ein seltsames Mädchen... Meine wilden Träume, die ich bis zum Morgen während dem Vollmond hab, werd ich für immer für mich behalten.
Dieser Beitrag wurde unter Krankheit, Leben, Liebe, Operation, Stimmungsbild abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Es ist anstrengend

  1. Sven schreibt:

    Liebe arsfendi,
    leider haben wir uns ja ein bisschen aus den Augen verloren und dann muss ich heute sowas lesen. Menno, was machste denn für Sachen?
    Ich wünsch dir nur das Beste und das du schnell wieder gesund wirst.
    Ich drück die Daumen.
    Alles Liebe
    Sveste

  2. arsfendi schreibt:

    Danke Dir lieber Sveste! Es wird und es wird besser. Da steckt man einfach nicht drin. Kopf nicht in den Sand stecken, das ist die Hauptsache. Würde wohl wegen der Platten eh nicht gehen;-))))))
    Also Augen zu und durch. Liebe Grüße an Dich Sabine

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s