GedankenOrbit

Ich wünsche mir einen Moment.
ein kurzer Moment reicht.
ein Moment um zu fühlen
ein Moment für die Sinne
ein Moment für den Genuss
und dann einen Moment für das Begehren.
Lass mich in diesem Moment
alles von dir aufsaugen
was für die Zeit danach reicht,
wenn die Vergangenheit beginnt,
die immer jedem dieser Momente folgt.

Im Moment bin ich müde. Müde von diesem Allerlei, was doch immer wieder an mir abperlt, wie Wasser an dem Gefieder der Vögel.
Aber so fließt Absurdes an mir herab, ungebremst, ohne dass es mich zu berühren vermag.
Und dann spüre ich, wie durch meinen Körper der Lebensstrom fließt, gedankenbewegt im fortwährenden Fluss.
Niemals Stillstand.
Meine Gedanken gehen zu dir und ich weiß, dass Du da bist, an diesem Ort, wo es so unendlich ruhig ist.
Ich lehn mich an Dich und spüre hier in meiner Müdigkeit Deine Stärke.
Und mein Blut pulsiert, weil gerade dieser Regen gekommen ist.
Und ich laufe, laufe und laufe, um dich nicht zu verpassen.

Würdest du auch etwas vermissen, wenn wir schwiegen?
Und dann wünsch ich mir heute eine Vision.
Ich bräuchte noch etwas mehr Mut
und sehr viel mehr Zeit.
Und ein Leben danach
in diesem anderen Land
und dann wieder Luft zum Atmen.
Ich brauch diese Gedanken an dich
schon heute für morgen,
wenn die Vergangenheit beginnt.

Wo immer Du jetzt sein magst, hoch droben in himmlischen Sphären oder in den Tiefen sitzend, an der wärmenden Glut des Höllenfeuers, eilen mir meine Gedanken voraus, um dir so wenigsten Stück für Stück entgegenzulaufen.
Manchmal wünschte ich, wir könnten wenigstens mit dem Rauch, der in den Himmel steigt, uns noch Zeichen geben oder dein Lachen würde mich über die Schallwellen durch die Unendlichkeit des Orbits erreichen.
Die Stille ist manchmal unerträglich, seit deine Stimme mich irdisch nicht mehr berührt.
Dabei spüre ich immer noch, auch nach all diesen Jahren, die Zärtlichkeit deiner Hand auf meiner Haut und sehe dabei dein Bild vor mir, auf dem du mir neckisch grinsend zublinzelst
Wie oft habe ich in dieser Zeit dein verdammtes Herz verflucht, weil du einfach so gegangen bist, ohne jede Vorwarnung und Abschiedsszene. Aber vielleicht war auch das mehr ein Geschenk.

Zuerst war ich traurig, hab mir dann aber auch die Wut gestattet, weil du mir einfach gefehlt hast. Sogar das Streiten habe ich vermisst.
Den Krieger des Lichts habe ich verbrannt, weil ich dann irgendwann alles anders sah und mir sicher war, dass ich niemals so stark sein würde, wie er. Trotzdem habe ich mich gezwungen so manches Mal über mich hinauszuwachsen.
Heute bin ich dem Krieger aber dann doch näher als ich es für möglich gehalten habe.
Meine Säulen habe ich auf festes Fundament gebaut und da stehen sie sicher. Ganz so, wie Du es mir vorgemacht hast.
Manchmal weht mir der Wind heute hart ins Gesicht, aber ich gehe ihm entgegen genauso, wie ich mir meinen Trotz bewahrt habe immer noch nicht mit dem Strom zu schwimmen.
Ich glaube es würde dich freuen, dass ich mittlerweile zu einer Leichtigkeit gefunden habe, mit der ich mich Herausforderungen stelle, um aus Unmöglichem das Mögliche zu machen.
Zuviel reden mag ich immer noch nicht, wahrscheinlich weil ich hoffe, dass irgendeiner meine Gedanken errät.
Und selbst im Schweigen bin ich immer noch laut genug, um meine Stimme im eigenen Ohr zu hören.
Und wenn ich alleine sein will, fahre ich auch heute noch ans Meer und laufe mit den Möwen um die Wette.
Geliebt habe ich im Danach auch wieder und fand es schön.
Ich habe den Rausch der Leidenschaft genossen und Nähe zugelassen, wenn man sie mir gab. Es hat mich gewärmt. Es fiel mir am Anfang schwer über mich zu lachen, dennoch vermag ich es heute mir den Narren zu verzeihen.
Wenn ich gemerkt habe, dass ich mich selbst verliere, weil gefordert wird, war ich auf der Flucht, um mich selbst zu suchen. Dabei habe ich mich dann doch meistens verpasst.

Meine Höhenangst habe ich noch immer nicht besiegt, auch wenn ich den Flug durch die Leidenschaft in der Nacht so ganz ohne Fallschirm genieße. Aber dann suche ich nach einer Notlandebahn und stelle fest, dass jemand das Sichtfeuer ausgeblasen hat.
Wenn ich in der Nacht aufwache, weil sich ein Alptraum durch meinen Kopf zwängt und gegen die Wände hämmert, stehe ich auf und koch mir so wie früher einen Schokoladenpudding und rauch die Zigarette danach auf der Terrasse.
Du hattest mir immer eine Decke gebracht und dich zu mir gesetzt. Manchmal hast Du mir dann vorgelesen aus Deinen Gedanken und wir haben gelacht, während Du gewartet hast.
Ich hatte so viele Fragen und du die Geduld, die mir heute doch immer noch fehlt.
„ Wer bin ich?“
„Schau in den Spiegel dann weißt du die Antwort und gibst sie dir selbst.“
Die Räume sind heute manchmal kalt und leer, wo sie damals immer wieder meine Zuflucht waren. Aber ich bleibe hier und hoffe dabei, dass dein Bild nicht verblasst, wie so vieles andere, was man einfach so schnell vergisst, oder mit eigener Hand auslöscht.
Aber wenn die kleine Fotografie auch mit den Jahren vergilbt, bleibt mein Kopf der Tresor, den kein Schlüssel zu öffnen vermag.

Du hast vieles zurückgelassen.
Du hast mir gezeigt, was wirklich wichtig ist.
„Egal was passiert, bleib dir selber treu“, waren deine letzten Worte.

Mach’s gut, da wo Du jetzt bist. Ich werde hier noch ein Stück weitergehen, immer mal wieder zurückschauend, und vielleicht ab und zu Deinen Atem in meinem Nacken spüren.

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Über arsfendi

Ich bin ein seltsames Mädchen... Meine wilden Träume, die ich bis zum Morgen während dem Vollmond hab, werd ich für immer für mich behalten.
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